Tag 67 – 69 Achtung Pferdekutschen & Schneemobile & starke Wasserfälle

Datum:  05.-07.  Juni 2011 Orte:  Sunbury, Pennsylvania -> Buffalo, New York, USA  Unterkunft: Hotel, Couchsurfing @ Kevin&Katie  Wetter: sonnig, windig, Gewitter  Kilometerstand (CBF): 24904 km

So ihr Lieben – wir haben es bis zur Grenze nach Kanada geschafft! Heute vor 10 Wochen sind wir in Miami gelandet. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt und was wir schon alles gesehen & erlebt haben. Philadelphia haben wir am Sonntag Nachmittag verlassen. Der Verkehr war grausam…manche Straßen waren wegen eines Fahrradrennens gesperrt und das totale Chaos brach aus. Eigentlich wollten wir die Autobahn vermeiden – aber es ging nichts vorwärts und nichts rückwärts. Also schnell „zur Seite ziehen“ und doch noch auf die Interstate 76 Richtung Norden rauf. Die Autobahn muss von einem belgischen Unternehmen gebaut worden sein. Wer jemals von Köln nach Brüssel gefahren ist, versteht den Witz 🙂 Für den Schlagloch-Acker mussten wir dann auch noch 2,90$ Maut pro Person bezahlen.

Nach einer kurzen Pause an einem (der wenigen) Rasthof haben wir die Interstate an der nächsten Abfahrt verlassen. Dabei hätte Nadine beinahe den halben Inhalt ihres Tankrucksacks verloren, weil die Reißverschlüsse nicht richtig zu waren. Von da an ging es über beste Straßen durch eine tolle Landschaft. Inzwischen war es ca. 18 Uhr, die Sonne strahlte nicht mehr mit aller Wärme und die kleinen Wölkchen am Himmel vervollständigten den perfekten Blick zum Horizont. Die Strecke führte uns durch schnuckelige Dörfer. Die (deutschen) Siedler scheinen sich alle Mühe gegeben zu haben, die Ortschaften trotz typisch amerikanischer Architektur irgendwie „europäisch“ aussehen zu lassen. Die Kirche im Ortskern durfte natürlich nicht fehlen. Die Gegend Rund um Lancaster ist von den Amish besiedelt. Während wir so über die Landstraßen dahin rollten, kamen uns die ein oder andere Pferdekutsche entgegen. Am Straßenrand sind alle paar Meilen „Warnhinweise“ zu sehen – das sind kleine gelbe Schilder mit einer Pferdekutsche drauf. Das Fahren hat wieder richtig Spaß gemacht! Nicht das ich was gegen Städte und ein wenig Kultur + Geschichte hätte…aber die frische Luft hat so gut getan! Da wir gerade beim Thema frische Luft sind: eines habe ich euch noch nicht erzählt…und zu eurem Glück gibt es noch kein „Riech-Internet“. Also: Hier liegen auf den Straßen mehr tote Tiere (roadkill) rum, als im Frankfurter Zoo zu sehen sind. Unabhängig davon, dass man manchmal einem Kadaver ausweichen muss, kündigen sich diese bei passenden Windverhältnissen durch einen wirklich üblen Geruch an, der durch das halb geöffnete Visier in die Nasenlöcher weht. Da hilft nur Luft anhalten und 500 Meter weiter wieder ausatmen. 

Von Lancaster aus ging es weiter Richtung Norden nach Harrisburg. Dort gab es wieder eine kleine Pause zum „Hotels checken“ auf dem McDonalds Parkplatz – wegen WiFi und so… Da es noch ausreichend hell war, entschieden wir uns für eine Übernachtung in Sunbury. Wir fuhren über die 22 aus der Stadt raus, über eine Brücke zur 15, die uns bis ans Ziel führte. Diese Strecke ist wunderschön! Hinter Harrisburg wird der Fluß sehr breit und sieht mehr wie ein See aus. Mitten im Fluß steht eine kleine Freiheitsstatue. Die Straße führt für viele Kilometer direkt am Fluß entlang. Auf einem wunderbar angelegten Rastplatz haben wir kurz angehalten und schnell noch ein paar Bilder gemacht. Bei Einbruch der Dunkelheit kamen wir in Sunbury / Shamokin Dam an und haben ein hübsches, sauberes Motel gefunden. Nadine konnte nicht wiederstehen und besuchte den orstansässigen Walmart für eine kleine Auffrischung & Aufstockung unserer Vorräte. Außerdem war ihre Jeans am Ende und so musste eine neue Hose her. Meine wird es auch nicht mehr lange machen…

Am nächsten Morgen fuhr ich schnell die Moppeds voll tanken, während Nadine den Kaffee und Haferbrei zubereitete. Endlich mal wieder Milch! Danach packten wir wieder die Sachen, verstauten & verzurrten alles auf den Maschinen und los gings. Wir hatten noch 380km bis Buffalo vor uns. Es ging weiter über die 15 nach Norden. Der Highway ist bestens ausgebaut und wir konnten 100-120 km/h fahren. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich. Es ging über Berge und durch Täler, vorbei an Feldern und Wäldern, kleine Flüsse begleiteten und ab und zu neben der Straße. Die Landschaft erinnerte mich an eine Mischung aus Eifel, Schwarzwald und Allgäu – klingt komisch…ist aber so. Bei Lawrenceville überfuhren wir die Grenze zum Bundesstaat New York. Hier gibt es anscheinend weniger Geld in den Staatskassen und die 15 verwandelte sich direkt in eine schmale Teststrecke für Stoßdämpfer. Wir betrachteten kurz die Karte und entschieden uns für „asphaltiertes querfeldein“. Blinker links und ab Richtung Westen. Das war eine gute Entscheidung! Die Straße war super – echtes Landstraßenvergnügen und einfach eine rundherum tolle Motorradstrecke. Wir merkten kaum die Kilometer, die wir an dem Tag bewältigten. Anscheinend wird es in der Gegend im Winter kalt & schneereich. Neben den Warnschildern vor Pferdekutschen tauchten nun auch Warnschilder für Schneemobile auf…gesehen haben wir allerdings keines auf der Straße 🙂  Am Nachmittag gab es ein lecker Eis (bei McDo gibt es jetzt McFlurry mit Rolo!!!) und eine Kaffee. Dann gings zum Endspurt für die letzten 80km bis Buffalo. Dank TomTom kamen wir nach einer Stunde bei Katie & Kevin an. Die beiden sind unsere Couchsurfing-Hosts für zwei Tage. Neben uns ist auch gerade Kees hier unter gebracht. Er ist Landschaftsarchitekt und stammt aus den Niederlanden. Zusätzlich gibt es noch 3 Katzen im Haus. Also eine lustige Truppe! Katie & Kevin haben sich beim Peace Corps kennen gelernt, als sie beide in 2005 für 2 1/2 Jahre in Turkmenistan als Lehrer gearbeitet haben. Katie ist eine ausgezeichnete Köchin und Kevin ein interessanter Gesprächspartner. 

Heute haben wir uns Buffalo angesehen. Das Highlight war die (kostenlose) Aussichtsplattform der City Hall. Vom 28. Stock aus kann man die Stadt überblicken und das Gebäude selber bietet viel für Architektur-Interessierte. Die Symbolik der Architektur, Statuen etc. wird auf Tafeln anschaulich erklärt. Buffalo war mal die acht größte Stadt der USA und ein wichtiges Handelszentrum im Norden. Leider sind diese Glanzzeiten lange vorbei. Nini und ich hatten nach ca. 30 Minuten in der Fußgängerzone (ja…sowas gibt es in Buffalo) die Schnauze voll. Das „Publikum“ war eine Horror-Freakshow. Zum Glück war gerade Mittagspausen-Zeit und so bekamen wir ein paar „normale“ Menschen zu Gesicht. Der Rest war einfach nur abschreckend…klingt hart – aber anders kann ich es nicht ausdrücken. Jede Stadt hat so ihre „komischen Gestalten“ und Buffalo scheint der Geburtsort zu sein…quasi so das Mutterschiff….

Nachdem wir die City Hall besucht hatten, programmierte ich die Strecke zu den Niagara Fällen ein. Die „Mautumgehung“ kostet ein paar Kilometer extra – dafür bekamen wir noch eine kleine Stadtrundfahrt. Die Anfahrt ist schon spektakulär weil man aus einigen Kilometern Entferung die Gischt in den Himmel aufragen sieht. Die Moppeds stellten wir auf dem (kostenpflichtigen) Parkplatz ab. Da es heute früh stark Gewittert hat, hatten sich anscheinend nur wenige Schaulustige entschieden, das Naturspektakel zu bewundern. So konnten wir uns die Geländermeter mit wenigen Touristen teilen. Wir haben heute „nur“ die amerikanische Seite der Wasserfälle gesehen. Da wir morgen früh sowieso nach Kanada rein fahren, wollten wir den Papierkram nur einmal erledigen müssen. Die amerikanische Seite bietet schon viel und wir genossen die Stunden im Park und sparzierten bei bestem Wetter durch die Anlagen. Eine Bootsfahrt haben wir uns gespart. Uns hat es sehr gut gefallen und wir würden diese Attraktion für einen Besuch empfehlen!

Auf den Bildern seht ihr noch den Abend in Philadelphia, als Nick und Joe uns ein kleines Konzert gegeben haben. Danach ein paar Bilder von „unterwegs“, von Buffalo und natürlich den Niagara Fällen!

Nini und ich sind heute seit 10 Wochen im Land und haben es bisher ohne Probleme, Unfälle etc. vom südlichsten Zipfel bis an die kanadische Grenze geschafft! Wir sind sehr glücklich über den bisherigen Tourverlauf und freuen uns nun auf Kanada. Wir werden bei einem Couchsurfer in der Innenstadt von Toronto übernachten. Nun hoffen wir auf einen unproblematischen Grenzübergang und ich freue mich auf den kanadischen Stempel in meinem Pass. Hoffentlich lassen uns die Amis in ein paar Tagen wieder rein !!!

K

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3 Kommentare zu “Tag 67 – 69 Achtung Pferdekutschen & Schneemobile & starke Wasserfälle

  1. Uiii, schön. Alles. :-)) (und ein Flashback bei den Niagara Fällen, mir ist so, als würde ich gerade wieder das feine Sprühwasser spüren) :DViel Spaß bei den Rotröcken!(War die Regenbogenfahne neben dem Denkmal aus einem besonderen Grund hochgezogen oder hängt die immer da?)Weiterhin eine schöne Reise und Gute Fahrt!

  2. <html><body bgcolor="#FFFFFF"><div>Hi Mel, die Flagge hing noch da, weil am We vorher Pride war ;)<br><br></div><div></div><blockquote type="cite"><div> <div style="width: 600px; font-size: 12px; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 18px;" class="PosterousEmail"></div></div></body></html>

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