Tag 78 – 84 Große Flüsse, zurück zu Ninis Schulzeit, Kurzbesuch in „Gateway City“

Datum:  16.-22.  Juni 2011 Orte:  Racine, Wisconsin -> Mouscatine, Iowa -> Quincy, Illinois -> St. Louis, Missouri -> Leavenworth, Kansas, USA Unterkunft:  Motel, Haus von Debbie & Dave,  Couch von Linda & Dwight Wetter: mal Regen, mal Sonne, viel Wind   Kilometerstand (CBF): 27958km

Am Mittwoch Vormittag haben wir uns von Ben verabschiedet und Racine Richtung Süd-Westen verlassen. An der Tanke um die Ecke gab es lecker Benzin für die Hondas und einen Luftdruck-Check. Eigentlich hätten wir einen Abstecher nach Chicago oder zu meiner Cousine in Indiana machen können…auf ersteres hatte ich aber keine Lust und meine Cousine leider keine Zeit. Wir fütterten das Navi mit ensprechenden Instruktionen, um uns weiträumig um Chicago herum zu führen und Mautstraßen zu vermeiden. Zwischendurch kommt auch immer wieder die „normale“ Straßenkarte zum Einsatz, da die Navi-Software oft seltsame Wege sucht.

So suchten & fuhren wir durch das Netz vieler verschiedener Straßen und kamen am Lake Geneva vorbei. Dort gab es Mittagessen und eine kleine Pause. Das Wetter meinte es wieder gut. Bisher haben wir überhaupt großes Glück mit dem Wetter. In 12 Wochen nur 6 oder 7 Regentage und die konnten wir bis auf eine Ausnahme gemütlich in einem Haus verbringen. Die Wölkchen am Himmel gaben uns immer wieder etwas Schatten und der Wind war oftmals angenehm…ist hier aber im allgemeinen sehr stark und böig. Wir fuhren nun immer Richtung Westen, um den Mississippi zu erreichen. Die kleinen Landstraßen schlängelten und hügelten sich wunderbar durch die satt grüne Landschaft. Wir überquerten die Staatsgrenze nach Iowa über eine eisener Brücke, die komplett mit diesen ätzenden, geriffelten Metallplatten belegt war. Ich hasse die Dinger! Beim Fahren fühlt es sich an, als ob man mit dem Mopped schwimmt und jederzeit wegrutschen kann. Dafür wurden wir hinter der Brücke wieder durch einen tollen Anblick entlohnt. Die Wasserstände sind im Moment sehr hoch und dadurch wird der Fluß extrem breit. Die Straße nach Iowa rein stand also „Mitten im Wasser“ und wir fuhren quasi auf dem Mississippi entlang für ca. einen Kilometer. Unser Tagesziel war Muscatine. Bis auf einen blöden. navi-bedingten Umweg, ging es die ganze Zeit am Wasser entlang Richtung Süden. Die Fahrt machte viel Spaß und wir haben die über 400km lange Strecke als viel kürzer empfunden. In Muscatine angekommen suchten wir uns ein günstiges Motel. Nini handelte 40$ inkl. Steuern für die Nacht raus. Direkt nebenan gab es Supermärkte etc. und so gab es am Abend ein kühles Bier vor dem zu Bett gehen.

Der nächste Morgen begrüsste uns wieder mit Wattewölkchen und Sonnenschein. So machten wir uns auf den Weg Richtung Quincy in Illinois. Nadine hat dort 1995/96 ein Highschool Jahr verbracht. Die Eltern von Ben leben noch dort und Nini freute sich auf das Wiedersehen. Laut unserer Straßenkarte gab es eine besonders schöne Route auf der Illinois-Seite den Mississippi runter. Also hatten wir die Route in das Navi einprogrammiert und los gings. Ein kurzer Blick noch von einem „Aussichtshügel“ auf den Fluß und die Brücke nach Illinois und schon hatten wir Iowa hinter uns gelassen. Kaum waren wir drüben angekommen, fuhren wir in die erste Baustelle rein. Die fleißigen Arbeiter hatten schon mal auf 6km Länge die gesamte Oberfläche abgetragen. So ruckelten wir nun im 2. Gang über die Holper-Piste. Dann ging es Links ab und 2km weiter wieder nach Rechts. Vom Fluß war übrigens nichts zu sehen und die „schöne Route“ wurde nun zu einer fast 10km langen Reifenfolteranlage für Hartgesottene. In ungefähr 100m Abständen wechselte der Bodenbelag von Asphalt auf fest gefahrenen Schotter – dann wieder Asphalt – dann grober Schotter und wieder von vorne. Mitten in der Pampa habe ich angehalten und das Navi neu programmiert. Ich wollte nur noch runter von diesen „Straßen“ und auf dem direktesten Weg nach Quincy. Den fanden wir auch bald und ab da an machte es auch wieder Spaß zu fahren.

In Quincy gab es für uns ein warmes & herzliches Willkommen durch Debbie & Dave. Wir bezogen unser Quartier und die Moppeds bekamen eine ordentliche Wäsche. Die kommenden Nächte durften sie in einer Garage „übernachten“ und wir hatten das Gästezimmer für uns. Die Tage verbrachten wir mit netten Gesprächen, drive-by sightseeing in Downtown, grillen, chillen etc. Nadine hat Debbie einen Skype Account eingerichtet und so konnten wir mit einem Schmuzeln im Gesicht die erste „virtuelle Familienkonferenz“ mit der Verwandschaft in North Carolina beobachten. Sogar der Hund musste teilnehmen. Wir hatten eine tolle Zeit in Quincy und viel Freude. Leider war unser Aufenthalt durch die gesundheitlichen Probleme von Debbies Mutter überschattet, die ins Krankenhaus musste. Und ich machte mir Sorgen um meinen Papa, der ebenfalls im Krankenhaus ist und die entzündete Gallenblase operativ entfernt bekommen hat. An dieser Stelle nochmal liebe Grüße & gute Besserung an meinen Papa und Debbies Mutter. Am Montag Morgen mussten wir Abschied nehmen. Den bekamen wir allerdings mit einem lecker Frühstück bei Charlie, dem Nachbarn, versüßt. 

Bei sehr starkem Wind fuhren wir Richtung Süden nach St. Louis. Wir wurden so stark in Schräglage gedrückt, dass meine Reifen, die bereits eckig gefahren sind, nun noch eine dritte Kante haben. Die wunderschöne Landstraße mussten wir wegen Hochwasser / Straßensperrung leider zu früh verlassen und den Rest über die Interstate fahren. Für die Nacht hatten wir eine Couchsurfing-Einladung vonn Linda & Dwight. Die beiden nehmen seit 1976 Gäste über verschiedene Organisationen auf und hatten eine Menge spannende Geschichten zu erzählen! Dwight ist selber begeisterter Motorradfahrer und öffnete seine Garage für uns. Dort stehen 5 einsatzbereite Bikes für alle Gelegenheiten. Dwight half uns am Abend, die Moppeds fit für den darauf folgenden Tag zu machen und schenkte uns einen kleinen, praktischen Luftdruckmesser. Die Nacht verbrachten wir in einem gemütlichen Bett. Linda hatte einen leckeren Eintopf zum Abendessen gekocht und am nächsten Morgen gab es Oatmeal und frisches Obst. Die zwei haben vor ein paar Jahren Roland aus der Schweiz bei sich übernachten lassen, der mit einem 50cc Postmopped die Route 66 gefahren ist. Der Link zu seiner Webseite ist weiter unten zu finden. Gegen 10 Uhr winkten wir „auf Wiedersehen“ und fuhren nach Dowtown St. Louis für einen kurzen Photostop am Gateway Arch. Leider konnten wir nicht den „River Drive“ entlang fahren, da auch hier das Wasser zu hoch steht.

Dann folgte der „unspannende“ Teil…die 450km lange Durchquerung von Missouri auf der Interstate Richtung Kansas… Wir müssen einen Totalverlust melden: Nadine hat unterwegs einen Handschuh verloren. Ansonsten pustete der Wind uns fast von den Bikes runter. Ich bin ja selten froh über mein Gewicht…aber in diesem Fall hatte ich wenigstens genügend Masse, um nicht im Straßengraben zu landen. Der „Kampf“ gegen den Wind ging über mehrere Stunden und zerrte an den Nerven + ließ den Benzinverbrauch steigen. Gegen 17 Uhr durchquerten wir Kansas City und kamen eine Stunde später bei meiner Cousine Kim in Leavenworth an. Hier werden wir bis Montag bleiben und am Wochenende gibt es ein Wiedersehen mit Tina & Alan.

K

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Links:

St. Louis – The Gateway City

Tour66 – Roland auf seinm Post-Mopped

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2 Kommentare zu “Tag 78 – 84 Große Flüsse, zurück zu Ninis Schulzeit, Kurzbesuch in „Gateway City“

  1. Tolle Schilderung! Daddy kamen vor Stolz die Tränen, das er persönlich im Blog erwähnt wurde!Wenn ihr wieder daheim seit, dann bin ich mal gespannt, ob ihr noch alle Orte auf euren Fotos sofort erkennen könnt (egal, ich war ja noch nie in Kansas :-))Liebe Grüße an die ganze Verwandschaft. Die USA haben Nordkorea gerade 2:0 bei der WM geschlagen. Vorsicht vor politischen Auswirkungen!!!!!!!Pizza kommt- tschüsss

  2. Liebe Biggi,wie war die Pizza? Klar werden wir alle Bilder erkennen ;-)Noch sind keine Koreanischen Bodentruppen gelandet.VGKatja & Nadine

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