Tag 114 – 116 Alte Indianer, versteinerte Präsidenten & Aug´ in Aug´ mit den wilden Büffeln

Datum: 21.Juli – 24.Juli 2011 Orte: Torrington, Wyoming -> Lusk -> Chadron, Nebraska -> Hot Springs, South Dakota -> Custer -> Keystone -> Spokane Creek, South Dakota, USA Unterkunft: Motel ,Campingplatz Wetter: sonnig Kilometerstand (CBF): 32956km

Wir verließen Torrington in Wyoming Richtung Norden und bogen in Lusk Richtung Osten ab. Ich hatte mich für die Route über Nebraska entschieden, damit wir diesem Bundesstaat auch kurz einen Besuch abstatten konnten. Über die Landschaft gibt es wenig zu berichten…grüne Wiese links und rechts mit ab und zu mal einem Baum oder einem Felsbrocken drauf. In Chadron füllten wir Benzin & Futter auf – dann ging es Richtung Norden nach South Dakota rein. Die nächsten 100km gab es wieder grüne Wiese links und rechts. Ich hatte dauernd die Bilder aus dem Film „Der mit dem Wolf tanzt“ vor Augen. Mir gefällt die Prärie-Landschaft sehr gut. 

In Hot Springs mussten wir Quartier beziehen. Zuerst donnerte es in meinem Darm und danach am Himmel. Kaum hatten wir es uns im Zimmer gemütlich gemacht, fegte ein Gewitter über uns hinweg. Eine halbe Stunde später war schon wieder alles vorbei und die Sonne trocknete die nassen Straßen. 

Am nächsten Morgen telefonierte ich mit dem Campingplatz „Spokane Creek“ und reservierte 2 Nächte, die wir inzwischen auf 4 verlängert haben. Kaum hatten wir Hot Springs hinter uns gelassen, führte uns die Straße Richtung Custer durch den ersten Park. Nach wenigen Metern „begrüssten“ uns die ersten Präriehunde, die ihre Köpfe neugierig aus ihren Erdlöchern steckten. Die sind so putzig! Hinter der nächsten Kurve entdeckten wir dann einen Büffel in weiter Entfernung und zoomten ihn mit der Kamera so nah ran, wie möglich. Als ob das nicht schon genug wäre, tauchten dann noch Rehe und die s.g. Pronghorns auf. 

Wenige Kilometer später änderte sich die Landschaft wieder und wir fuhren in die „Black Hills“ rein. Die Gegend erinnert mich stark an die Fränkische Schweiz. Wald, Felsen, (kleine) Berge, Seen, Flüsse und Bäche – dazu blauer Himmel, Sonnenschein, kurvige Straßen – wir waren mal wieder im Motorrad-Paradies gelandet! Bei einem kurzen Zigaretten-Stop trafen wir Dieter, Sohn deutscher Eltern aus Bremen. Die Unterhaltung fand aber auf englisch statt. Dieter hatte seine 1973´er Harley ebenfalls für eine Schmauch-Pause abgestellt. Er erzählte uns von den schönen Strecken, den Büffeln etc. Er bog dann Richtung Süden ab und wir zogen mit den Hondas weiter Richtung Norden zum „Crazy Horse Memorial„. Hier wird seit über 50 Jahren an dem weltweit größten „Berg Bildhauer Werk“ gearbeitet, um die Indianer Stämme Nordamerikas zu ehren. Die Hintergründe und die Geschichte ist sehr interessant und ich empfehle einen Besuch der Webseite.  Nach ungefähr zwei Stunden im Museum machten wir uns auf den Weg zur nächsten Attraktion: Mount Rushmore! Offen gesagt, waren wir beide ein wenig enttäuscht. Wie schon beim Weißen Haus in Washington, wirken manche Dinge im Fernsehen immer so groß & toll…in Wirklichkeit sieht es dann aber anders aus. Das mag auch daran liegen, dass wir zuerst beim „Crazy Horse“ gestoppt haben, welches um ein vielfaches größer ist als die Präsidenten-Köpfe. Der größte Witz ist allerdings das Thema Parken bei den Präsidenten. Der Eintritt ist zwar frei – allerdings hätten wir pro Person/Mopped 11$ Parkgebühr zahlen müssen. Das fanden wir beide mehr als unverschämt und haben uns die 22$ gespart. Von der Straße aus kann man auch gute Bilder machen. 

Keystone ist eine kleine Stadt (311 Einwohner laut Ortsschild), die vom Tourismus lebt. Die Preise sind gesalzen und wir entschieden uns gegen ein Mittagessen im Ort. Stattdessen steuerten wir die Moppeds auf die „16a“ – eine Kultstraße für Motorrad-Fahrer. Hier schlängelt man sich auf schmalen Straßen hoch & runter durch den Wald, über Holzbrücken, durch schmale & niedrige Tunnel bis zu unserem Campingplatz „Spokane Creek„. Hier haben wir ein wirklich hübsches Fleckchen gefunden. Unser Zelt steht direkt neben einem kleinen Bach (plätscher,plätscher) unter hohen Bäumen. So haben wir den ganzen Tag Schatten und erträgliche Temperaturen. Der Campingplatz verfügt über einen (sehr) kleinen Pool, einen Minigolfplatz (yeah!), über Waschmaschinen etc. Morgens gibt es lecker Kaffe und einen Shop mit dem Nötigsten an Auswahl. Der Platz ist mit 24$ + Steuer sehr gut im Preis/Leistungsverhältnis.  Wenige hundert Meter von uns entfernt ist ein weiterer Campingplatz speziell für Pferdebesitzer. So sehen wir mehrmals am Tag die Hotte-Hühs hier vorbei laufen und ab & zu trägt der Wind ein wiehern rüber. 

Gestern waren wir mehrere Stunden auf den Moppeds unterwegs. Es ist lange her, dass wir mal ganz ohne Gepäck und einfach nur zum Spaß Motorrad gefahren sind. Das hat richtig gut getan und wir hatten eine Menge Spaß. Zuerst fuhren wir nach Keystone, um zu tanken. Danach ging es nochmal am Mount Rushmore vorbei und zurück auf die „16a“ in den Custer State Park hinein. Die Strecke ist traumhaft schön und es treibt einem fast die Tränen vor Glück in die Augen. Sorry, hier werde ich sentimental – aber ich finde die Gegend hier umwerfend. Ja, ja…das habe ich auch schon über Colorado gesagt…aber da kannte ich die Black Hills noch nicht 🙂

Hier kann man alle paar Meter stehen bleiben und die grandiose Landschaft betrachten oder die vielen Blumen und Tiere fotografieren. Es gibt keine Zäune und so müssen wir dauernd auf der Hut sein, damit uns kein Reh vor den Lenker springt. Zu den Highlights gehört die „Stadt der Präriehunde“ und die wilden Esel, die hier vor vielen Jahren zurück gelassen wurden. Diese sind mittlerweile so an die Touristen gewöhnt, dass sie direkt auf die Autos zulaufen und die Köpfe durch die Seitenfenster stecken, um nach Futter zu betteln. Nadine ist ein super Foto gelungen, als ich den Hügel hoch gefahren bin. Die Fohlen sind sooo niedlich! Wenige Kilometer später sahen wir wieder weit hinten auf einem Hügel eine grasende Büffelherde – leider zu weit weg für die Kamera. Dafür sollten wir ca. eine halbe Stunde später mehr Büffel erleben, als uns lieb war!

 Auf einer Wiese links von uns tauchten plötzlich ein paar Büffel auf. Bis wir die Kamera ausgepackt hatten, waren die allerdings schon über den nächsten Hügel gerannt. Wir also die Moppeds angeworfen und die Straße hoch. Kaum stand ich auf dem Seitenstreifen, kamen die Büffel hinter den Bäumen hervor. Mein Gott sind die Männchen riesig! Die Büffel störten sich nicht an uns und zogen langsam weiter. Ca. 200 Meter weiter stauten sich die ersten Autos und Wohnmobile. Den Grund mussten wir schnell erkennen – hier zog eine ganze Herde durch den Wald und über die Straße vorbei. Das müssen insgesamt um die 300 bis 400 Tiere gewesen sein. Umdrehen oder ausweichen war nicht mehr möglich und so suchten wir „Schutz“ hinter und neben den Autos, die sich langsam zwischen den Tieren vorwärts bewegten. Die Büffel liefen nun kreuz und quer über die Straße keine 3 Meter an uns vorbei. Nini und mir ging ganz schön die Pumpe und das Adrenalin floss durch den Körper. Jetzt bloß keine hektischen Bewegungen machen und beten, dass keiner der Autofahrer einen Fehler macht und die Tiere in Panik geraten! Zum Glück blieben die Tiere friedlich und bis auf wenige Idioten verhielten sich alle besonnen. Wir konnten uns nur im Schritttempo vorwärts bewegen und waren Auge in Auge mit diesen faszinierenden Tieren. Leider „schnitten“ uns die Büffel an der nächsten Kreuzung den Weg ab. Wir wollten unser Glück nicht heraus fordern und nahmen einen knapp 50km langen Umweg in Kauf, um wieder zum Campingplatz zu gelangen. Wir hätten mitten durch die Herde durchfahren müssen und das wollten wir nicht riskieren. So hatten wir ein wahnsinnig intensives und tolles Erlebnis!

Den Abend ließen wir bei einem Bier am Lagerfeuer ausklingen. Heute haben wir nicht viel gemacht. Gleich gibt es Abendessen vom Grill – Nadine war schnell mal nach Rapid City zum einkaufen gefahren. Morgen wollen wir in die „Bad Lands“ rüber und am Dienstag machen wir uns auf den Weg Richtung Nord-Westen in Wyoming zum Yellowstone National Park.

K

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6 Kommentare zu “Tag 114 – 116 Alte Indianer, versteinerte Präsidenten & Aug´ in Aug´ mit den wilden Büffeln

  1. Hallo Mel,Büffelfleisch hat einen intensiven Eigengeschmack. Das ist ungefähr so, als wenn man das erste Mal Wildfleisch probiert und vorher nur Rind, Schwein und Huhn kannte.LGKatja

  2. Ja,leck mich doch am aermelchen…die bueffelchen direkt neben den mopedchen!Herrlich, eure fahrt..die Bilder und die texte…weiter so,ich bin dabei…viel Spaß weiterhinG+kEure ellen

  3. Hallo Ellen,lieben Dank! Wir werden weiter machen und immer schön die Kamera im Anschlag halten 🙂 Ich hoffe, Du genießt die Sommerferien. LGKatja

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