Tag 139 – 145 Berge und plötzlich Meer mit neuen und „alten“ Freunden

Datum: 16. August – 22. August 2011 Orte: Kamloops -> Vancouver -> Vancouver Island -> Victoria -> Nanaimo -> Coombs -> Ucluete -> Victoria, British Columbia, Kanada -> Port Angeles, Washington, USA -> Brinnon -> Hoodsport -> Olympia -> Vancouver -> Portland, Oregon -> Mount Hood -> Vancouver, Washington, USA  Unterkunft: Motel, Gästebett von Amanda, Gästebett von Ada   Wetter: sonnig  Kilometerstand (CBF): 38744km

Wir verließen Kamloops am Dienstag Vormittag kurz nach 11 Uhr in Richtung Süd-Westen mit dem Ziel Vancouver / Vancouver Island. Bereits Anfang des Jahres hatte sich Amanda auf unsere Couchsurfing Anfrage für unsere Tour gemeldet und uns zu sich nach Victoria auf Vancouver Island eingeladen. Dieser netten Aufforderung für einen Besuch konnten wir natürlich nicht widerstehen und waren glücklich, an einem so schönen Ort eine nette Unterkunft zu haben, die auf uns warten würde. 

Der Highway 5 führte uns nochmal durch die Rocky Mountains hindurch und so ging es munter bergauf und bergab, links am Berg vorbei, rechts am Berg vorbei usw. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel und wärmte uns langsam auf. Hier und da gab es wieder kurze Tank-, Pinkel- & Zigarettenpausen. Bei der Stadt Hope ging es dann auf die Autobahn immer Richtung Fährhafen. Der Hafen ist bereits 50km vor der Stadt ausreichend ausgeschildert und so folgten wir dem Navi und den großen Hinweistafeln. Die Stadt Vancouver liegt traumhaft schön zwischen dem Meer und schneebedeckten Bergen. Ein wirklich hübscher Fleck zum Leben…nicht umsonst wird Vancouver bescheinigt, die Stadt mit der höchsten Lebensqualität weltweit zu sein. Ob das auch wirklich stimmt, haben Nini und ich im Detail nicht betrachtet. Zugunsten von Victoria haben wir Vancouver keinen intensiven Besuch abgestattet und sind „nur“ auf dem Weg zur Fähre daran vorbei gefahren. Am Hafen angekommen, bezahlten wir schnell die Überfahrt für unsere treuen Begleiter und uns. Keine 15 Minuten später waren die Moppeds schon auf dem Schiff. Nini und ich vertrieben uns die Zeit an Deck mit einem warmen Kaffee in der Hand und dem malerischen Ausblick auf die Stadt, das Meer, die Berge und die vielen kleinen Inseln. Die Überfahrt war sehr entspannt und wir beide genossen es sehr, mal „gefahren zu werden“ und nicht selber am Steuer / Lenker zu sitzen. Die Landschaft kann man sich in etwa so vorstellen: Die Südspitzen von Skandinavien inkl. Meer vor die Alpen gesetzt.

Gegen 19.00 Uhr traf die Fähre auf Vancouver Island ein. Wir wechseltem vom nassen Meer auf die trockene Straße über und machten uns auf die letzten knapp 20km bis zu Amandas Wohnung. Wenig später wurden wir herzlich von unserer Gastgeberin und ihrem Kater Olli in Victoria willkommen geheißen. Amandas Geschichte zu erzählen, würde einen ganzen Blog füllen. Daher verkürze ich es und belasse es bei der Info, dass sie Schriftstellerin ist. Am nächsten Morgen zogen Nadine und ich zu Fuß los, um die Stadt zu erkunden. Oberstes Ziel war die Zusammenstellung eines „echten“ Frühstücks. Im Internet haben wir eine deutsche Bäckerei gefunden und zogen mit leerem Magen durch die Straßen, um diese zu finden. Wir waren total verzückt, als wir in der Auslage richtige Brötchen und Brot sahen. Also haben wir 4 Mehrkornbrötchen und einen ganzen Laib fränkisches Bauernbrot (!!! ja…so richtig mit Kruste, Sauerteig und Kümmel drin!!!) gekauft. Im Supermarkt haben wir uns mit Butter, Wurst, Käse und Orangensaft eingedeckt (fragt jetzt nicht, was der Spaß gekostet hat…) und sind zum Strand gewandert. Dort haben wir uns eine Parkbank in ein Frühstücksrestaurant umgebaut und den Ausblick + das lecker Essen genossen. Über uns flogen die Möwen durch den blauen Himmel, vor uns sahen & hörten wir das Meer rauschen und im Hintergrund glitzerten die Schneekuppen der Berge im Licht. Seufz! Soooo schön!

Am Nachmittag erhielt Amanda einen wunderbaren Anruf. Sie hatte eine Kurzgeschichte bei einem wichtigen Schriftsteller Wettbewerb eingereicht und den 1. Platz gewonnen. Diese Nachricht mussten wir natürlich feiern und zogen am Abend in die Innenstadt, um gemeinsam Essen zu gehen und ein paar Bierchen zu trinken. So kam es auch dazu, dass Amanda den ersten Jägermeister ihres Lebens zu schlucken hatte. Eine (schottische) Kneipe und einen Trink später klang der Abend feucht-fröhlich aus und wir schlüpften alle glücklich in die Betten.

Nini und ich machten uns am nächsten Vormittag auf einen „kleinen“ Tagesausflug von insgesamt 650km länge. Ohne Gepäckrolle im Rücken und ohne Ballast ging es Richtung Norden bis Coombs und dann quer rüber bis an die Pazifik Küste. Zwischendurch stoppten wir für „Cathedral Grove“. Hier kann man durch einen kleinen Teil des sehr, sehr alten Waldes gehen. Unter den „Dächern“ der bis zu 75m hohen und bis zu 800 Jahre alten Bäume fühlt man sich wie in einer Kathedrale. Sehr beeindruckendes Stück Natur…die ums Überleben kämpft. Weiter ging es vorbei an großen, glasklaren Seen immer wieder mit Blick auf weiße Bergkuppen. Die Straße ist (mal wieder) ein Motorradfahrer Traum und wir genossen jede Kurve & Kuppe. Eine kleine Schrecksekunde gab es, als hinter einer Kurve plötzlich keinen Meter vom Straßenrand entfernt ein Bärenpopo auf dem Seitenstreifen schwarz aus den Gräsern lugte. Wir fuhren im sicheren Abstand vorbei und ließen den Bären in Ruhe weiter Futter suchen. Der Fotoapparillo blieb in der Tasche und wir auf den Moppeds. Mit den Tierchen sollte man nicht spaßen!

An einem halbtrockenen Flußbett mussten wir neidisch mit ansehen, wie ein paar Jungs in Shorts in das Wasser sprangen und sich erfrischten. Wir wären so gerne hinterher gesprungen und im kleinen Wasserfall rum geklettert!

Gegen 18.00 Uhr kamen wir in Ucluelet an und sahen nun zum ersten Mal auf unserer Reise „so richtig“ den Pazifik. Das steigerte die Vorfreude auf Australien und zeitlich kam der erste Abschiedsschmerz in mir auf. Die Zeit hier in Nordamerika ist für uns so voller positiver Erlebnisse und Eindrücke…da will man gar nicht weg…aber bald wird es bitter kalt hier….

Nach einer Stunde machten wir uns auf den „Heimspurt“ nach Victoria. 300km mit heftigen Geschwindigkeitsbegrenzungen lagen vor uns. Offen gesagt, haben wir uns auf dem Rückweg nicht ganz an diese gehalten und ich bin froh, dass ich diesen Eintrag nicht aus einer kanadischen Gefängniszelle schreiben muss, die ich mit anderen Verkehrssündern teilen würde. Es sei nur gesagt, dass wir so richtig Spaß am Fahren hatten und um 23.00 Uhr wieder in Victoria eintrafen. Der Rest ist nun der Phantasie überlassen. Amanda gab uns am nächsten Tag noch eine kleine Tour mit ihrem Auto durch die Stadt. Ansonsten war wieder Wäschewaschen und Vorbereitung der Abreise angesagt. So fanden wir uns am Nachmittag am Fährhafen in der Stadt bei der amerikanischen Zoll- & Passkontrolle wieder. Nadine konnte es natürlich nicht lassen und machte wieder „lustige“ Späße mit dem Grenzpolizisten. Irgendwann wird sie eingebuchtet und ich muss mir bei ihren Eltern das Geld für die Kaution besorgen….. Der Polizist verstand zum Glück ein bisschen Spaß….und er tat so, als ob er Drogen in Nadines Gepäck stecken würde, um einen Grund zu haben, sie mit zu nehmen. Wir erklärten ihm aber, dass im deutschen TV alle amerikanischen Krimiserien laufen und wir den Trick kennen 😉 So bekamen wir „grünes Licht“ für die Einreise und durften auf die Fähre. Die Überfahrt ging schnell vorbei und wir genossen nochmal den tollen Blick auf die Landschaft & das Meer – bis der Nebel uns verschluckte und wir erst wieder kurz vor Port Angeles das Land sahen. Adé Canada! Wir werden irgendwann wieder kommen!

Von Port Angeles aus entschieden wir uns für eine Fahrt bis weiter in den Südwesten. Also ab auf die 101 Richtung Olympia. Die Straße führt am Meeresarm entlang und ist herrlich frisch geteert.  Irgendwo Rund um Hoodsport haben wir bei Einbruch der Dunkeltheit ein kleines, feines Motel gefunden, dass eine Terasse mit Blick auf das Meer hatte. Wir machten noch am Abend klar, dass wir am nächsten Tag bei Ada und Renee aufschlagen würden. Das Lehrer-Paar hatten wir auf dem Campingplatz in den Badlands in South Dakota kennen gelernt und uns auf Anhieb bestens verstanden. Die zwei freuten sich genauso auf das Wiedersehen wie wir. 

Wir hatten den bislang wärmsten Tag des Jahres in Washington State erwischt und die Fahrt über die Autobahn war etwas ermüdent. Dafür haben wir nun ein wunderbares Gästebett in Adas Haus in Vancouver, WA. Hier sind wir nun seit 2 Nächten und werden noch zwei weitere bleiben. Wir haben unglaublich viel Spaß miteinander und genießen die Zeit hier. Gestern waren wir mit dem Auto auf dem Mount Hood, haben eine kleine Wanderung zum „Zigzag“ Wasserfall gemacht und den Nachmittag in einer Bar mit Essen, Live-Musik und einer Limo ausklingen lassen. Heute war ein „fauler Tag“ mit lange ausschlafen, Telefonaten mit Freunden & Familie + Moppeds waschen etc. Nach deutscher Zeit hat Nadine bereits Geburtstag! Diesen werden wir morgen nach Pazifischer Ortszeit gebührend feiern. Wer sie oder uns erreichen möchte, kann das am Besten per Mail oder Skype tun…wir haben gerade eine optimale Internetverbindung.

K

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4 Kommentare zu “Tag 139 – 145 Berge und plötzlich Meer mit neuen und „alten“ Freunden

  1. Liebe Nadine,viel Glück und viel Segen, auf all Deinen Wegen, Gesundheit und Frohsinn sei auch mir dabei! – Alles Liebe zu Deinem in diesem Jahr sicher ganz unvergesslichen Geburtstag. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!Liebe Nadine, liebe Katja,nach gaaaaamz langer Zeit hab ich mal wieder auf die Seite geschaut und dies ist meine Blog-Kommentar-Premiere. Na ja, beim Yogi-Tee-Trinker dauert das eben ein bisschen laenger… Die letzte Etappe hoert sich wunderbar an, Euch weiter gutes Wetter, spannende Begegnungen und unvergessliche Momente. Ich gruess Euch aus dem Osten! Claudia

  2. Liebe Mädels, wollte euch nur schnell Bescheid sagen, dass euer RSS-Fead seit ein paar Wochen out of order ist. Ich dachte schon, ihr schreibt nicht mehr, dabei lags nur an dem doofen Feed.Liebste Grüße aus der Schweiz und gute Fahrt weiterhin!

  3. Hallo Ariane,ich arbeite grade dran (ist wohl nicht ganz so easy 😉 Sollte dann aber bald wieder laufen. Danke für den TippNini 🙂

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