Tag 251 – 263 Erste Koala-Sichtung, Besuch bei den Schnabeltieren und Fahrt gen Sydney

Datum: 07.12.2011 – 19.12.2011 Orte: Townsville -> Eungella National Park -> Rockhampton -> Gin Gin -> Brisbane, QLD -> (Änderung Zeitzone!) Byron Bay, NSW -> Armidale -> Raymond -> Sydney -> Gerroa, NSW,  AUS  Unterkunft: Camping, Motel, Gaestebett von Claire & Ronni  Wetter: von sehr heiß zu ganz schön kalt! viel Regen Kilometerstand (CBF): 47614km

Nini kam am Abend von ihrem Ausflug nach Magnetic Island zurück – total abgekämpft und knallrot von der Sonne. Stolz ließ sie mich wissen, wie viele Kilometer sie zu Fuß zurück gelegt hatte und das sie einen Koala fotografieren konnte. Ich habe einen wenig aufregenden Tag verbracht und Nachmittags die Hondas bei der Werkstatt abgeholt. Am nächsten Morgen ging es mit neuen Luftfiltern und einer neuen Kette (+ Ritzel) auf der CBF weiter Richtung Eungella National Park westlich von der Stadt Mackay. Mal wieder war es sehr heiß & schwül und die Fahrt über den Bruce-Highway wenig spektakulär. Am späten Nachmittag bogen wir vom Highway ab und fuhren über kleinere Nebenstraßen in den Ort Finch Hatton. Laut Touri-Info soll es dort einen Supermarkt und einen Geldautomaten geben. Dem war leider nicht so…

Der „Supermarkt“ war ein kleiner Laden mit einem Tankstellen-Warenangebot zu völlig überzogenen Preisen und der Geldautomat wird seit Jahren nicht mehr „betreut“. Nadine hat es irgendwie geschafft, die Besitzerin der benachbarten Kneipe dazu zu bringen, unsere Kreditkarte durch die Kasse zu ziehen und uns Bargeld auszugeben. Danach folgten wir der Landstraße für die restlichen paar Kilometer. Die Straße wurde extrem kurvig und schlängelte sich steil den Berg hoch. Oben angekommen bezogen wir einen Campingplatz für die nächsten zwei Nächte mit herrlicher Aussicht über das Tal. Zum ersten Mal in den vergangenen Wochen waren die Temperaturen angenehm! Für den darauf folgenden Morgen stellten wir uns den Wecker auf 4.30 Uhr, um den Sonnenaufgang betrachten zu können und wurden belohnt! Bei klarem Himmel stieg die Sonne über den Bergen auf und tauchte das Tal in rötliches Licht. Die Luft war ziemlich kühl und wir kuschelten uns in den Schlafsack. Danach ging es nochmal für ein paar Stündchen zurück ins Zelt. Den Tag verbrachten wir ganz entspannt. Am Nachmittag zogen wir los, um die Schnabeltiere zu sehen. Wir hatten Glück und konnten ein Tier von dem Aussichtspunkt sofort entdecken und bei der Nahrungssuche beobachten. Drumherum warteten die Schildkröten darauf, dass die Schaulustigen Essen runter werfen und wurden von uns enttäuscht. Vielleicht war es der Frust…so genau kann man es nichts sagen…aber die Schildkröten fingen an, hinter dem Schnabeltier her zu schwimmen und versuchten, es in die Beine zu beissen…charmante Tierchen. Während wir am Fluß standen, konnten wir noch weitere Tiere beobachten – unter anderem einen „Azur Kingfisher“. Auf dem Rückweg bog ich gerade um eine Kurve, als eine Schlange die Straße überquerte. Der „hintere“ Meter des ca. 2,50m langen Tierchens hing noch deutlich sichtbar auf der Straße. Mit ein paar Metern Abstand stellte ich das Motorrad ab und Nadine sah mich fragend an, warum ich denn mitten auf der Straße stehen bleibe. „Hast Du die Schlange gesehen?“ Nö! Wo? Hast Du die Kamera? Nachdem wir Bilder gemacht hatten, musste ich Nadine mal wieder davon überzeugen, dass das kein Streichelzoo ist und sie besser ein paar Schritte zurück geht 🙂 

Am Tag darauf war es ziemlich bewölkt und das Tal lag unter einer grauen Nebeldecke, die sich nur langsam auflöste. Wir suchten uns eine Route Abseits des Highways mit Tagesziel Rockhampton. Auf der Landstraße folgte ich spontan einem Hinweisschild zum „Finch Hatton Gorge“. Den haben wir leider nicht gefunden…auch wenn wir dafür 3 niedrige Flüsse durchqueren mussten. Unverrichteter Dinge fuhren wir die Straße wieder zurück und zogen durch die endlosen Zucker-Anbaugebiete. Danach gin es nochmal für ein paar Kilometer auf dem Highway weiter mit einem Picknick-Stop in Clearview. In Rockhampton bezogen wir wieder eine „Cabin“ auf dem Campingplatz, in dem wir schon auf dem Hinweg waren. Das Wetter wurde wieder schlechter und es regnete fast durchgehend. 

Auf der Weiterfahrt Richtung Süden wurden wir kurz vor Gin Gin von einem heftigen Gewitter dazu „gezwungen“, zwei Stunden lang vor dem „Klohäusschen“ eines Campingplatzes Unterschlupf zu suchen und abzuwarten, dass die Blitze aufhören. Gegen 18.15 Uhr war es endlich soweit und bei Regen und Donnergrollen kamen wir in Gin Gin an. Dort bezogen wir völlig durchnässt ein Motelzimmer. Da das Wetter sich nicht bessern würde, sagten wir am Montag die Einladung eines Motorradfahrers ab und fuhren bis nach Brisbane durch. Wir verbrachten nochmal zwei sehr nette Tage mit Claire und Ronni. Jarusch und Johannes hatten sich zu diesem Zeitpunkt einen kurzen Besuch auf Fiji gegönnt. Am Mittwoch verabschiedeten wir uns wieder und fuhren an der Küste entlang bis nach Byron Bay. 

K

Nach dem Bruce Highway haben wir es doch tatsächlich mal genossen eine gut ausgebaute „Autobahn“ zu befahren. In Surfers Paradise (ja die Stadt heisst tatsächlich so) haben wir uns kurz den Strand angeschaut, aber nicht viele Surfer gesehen, also ab auf die Bikes und nach Byron Bay. Über teils „Tourist Drives“ die schön sein sollen, das aber leider nicht waren. 

In Byron Bay angekommen, haben wir uns erstmal den Leuchturm und den östlichsten Punkt Australien angeschaut, das Wetter war sonnig mit ein paar Wattewölkchen und so entschlossen wir uns zwei Übernachtungen auf dem Campingplatz zu buchen. 

Am nächsten Tag wollten wir uns mit Katherine treffen (die wir auf Fiji kennengelernt hatten), aber leider viel das buchstäblich ins Wasser. So kam es leider nicht zu einem netten Surf und Strandtag sondern zu Regen auf dem Campingplatz. Zu unserem Leidwesen mussten wir auch noch feststellen, dass die PVC Rolle von Katja (wo sich unsere Campingausrüstung befindet) ein Leck hat und unsere ISOs feucht geworden waren…und ganz ganz fürchterlich stanken. Abhilfe gegen den Geruch brachte erstmal ein duftneutralisierer Spray (natürlich rein pflanzlich, man will sich ja nicht im Schlaf vergiften!). Man nächsten Tag als sich das Wetter besserte, wurde erstmal alles auf Leine gehängt und behandelt. Es mufft nicht mehr und alles wurde trocken.

Gottseidank blieb es über Nacht trocken und so konnten  wir am nächsten morgen frisch weiter fahren. Dank einem Tip aus dem ADV Rider Forum hatten wir unsere Strecke ins Inland verlegt und wurden dafür auch mit herrlicher Landschaft (so ein bisschen Eifel/Berg. Land) und vielen „twisties“ sprich Kurven udn Hügeln belohnt. Aber es wurde auch deutlich frischer, so dass wir gegen abend in Armindale ziemlich gefröstelt waren, aber Hauptsachen troken und keine Wolke am Himmel.

Tagsdrauf dann weiter über schöne Landstrassen und vorbei an vielen Merinoschäfchen und zum erstenmal seit wir in Australien sind im vollem Mopped-Ornat (sprich wir haben dann mal die Hosen und die Stiefel angezogen und auch ne Fleece Jacke).

Glücklich und müde kamen wir dann abends in Raymond an auf der Suche nach einem Campingplatz. Es dauerte eine Weile bis wir einen fanden….naja er sah nicht einladend aus, aber es wurde dunkel. Auf dem Platz dann sahen wir auch das sich der erste Eindruck nicht nur bestätigte sondern eher verschlimmerte. Trailer trash aus der untersten Schublade, Menschen die auf dem Platz leben. Ich rede hier nicht von netten Dauercampern mit Geranien vor der Tür, mehr so von „Pennern“ die in abgeranzten Campern wohnen…natürlich betrunken. 

Wir beäugten also die Gestalten gegenüber von unserem Zeltplatz argwöhnisch, als ein Typ mit Wäsche und Bier vorbei kam, und gemessen an der deutlichen Harley-Davidson Tätowierung auch ein Biker ist. Steve wie er sich vorstellte war dann auch super freundlich, kam mit Fotos von seinem Custom Bike an und brachte auch Bier mit. Den Gestalten von Gegenüber signalisierte er dann auch, dass wir unter seinem „Schutz“ stehen. Nach einem netten Gespräch und zwei Bier später krochen wir dann beruhigt in unsere Zelt.

Am nächsten Morgen ging es für uns dann recht zügig weiter, ein paar Kilometer schrubben. Und so sind wir dann an Sydney vorbei…äh  drunterher gesausst, unsere Route 1 führte nämlich durch viele Tunnel unter der Stadt her, so konnten wir kurz vor Eintritt in den Tunnel eine Blick auf die Habour Bridge und das Opera House erhaschen.

Hinter Sydney wurde uns dann schnell klar warum das ganze hier „New South Wales“ heisst, es sieht hier nämlich so aus wie auf der Insel, uns kühler wurde es auch.

Alsbald haben wir uns dann auch einen Campingplatz der Big4 Kette gesucht (mit dem Hinweiss, dass man da auch Surfen kann (ich habe ja immer noch nicht aufgegeben hier denn auch mal zu surfen). Und so sind wir in einem kleinen Örtchen Namens Gerroa gelandet.

Kaum das Zelt aufgestellt trafen wir auch schon zwei Kölnerinnen, die hier mit dem Camper auf Tour sind. Nach 8 Monaten die ersten Kölner die wir treffen (ich dachte ja das würde nicht so lange dauern). Abends haben wir dann nett zusammen gesessen gegrillt und gequatscht.

Heute regnet es leider und so fallen unsere Strandpläne ins Wasser (jaja da wird man auch nass, aber das Wasser hat hier nur 14C ..brrrr und bei Regen wird man ja auch nicht wieder warm wenn man rauskommt).

Morgen gehts dann etweder weiter,oder wir warten noch einen Tag hier, je nach Wetterlage.

N

Update: Auf unserem Campingplatz in Gerroa haben wir zwei Kölnerinnen getroffen und natürlich festgestellt, dass wir gemeinsame Bekannte & Freunde haben…da muss man ans andere Ende der Welt reisen, um Kölner kennen zu lernen 😉

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