Tag 282 – 296 Jahrestag in den Grampians, Kanufahrt auf dem Murray und ein Besuch der Hauptstadt

Datum: 07.01.2012 – 20.01.2012 Orte: Warrnambool -> Port Fairy -> Penshurst -> Dunkeld -> Halls Gap -> Stawell -> Ararat -> Maryborough -> Castlemaine -> Bendigo -> Echuca -> Yarrawonga, Victoria -> Mulwala, New South Wales -> Albury -> Bellbridge, Victoria -> Walwa -> Corryong -> Khancoban, New South Wales -> Thredbo -> Jindabyne -> Cooma -> Canberra, Australian Capital Territory -> Goulburn, New South Wales -> , Katoomba – „Blue Mountains“ Unterkunft: Camping, Cottage, Motel, Gaestezimmer von Dave Wetter: alles ausser Schnee Kilometerstand (CBF): 51718km

Die Tage in Warrnambool vergingen schnell und unspektakulär. Wir entschieden uns für eine weitere Verlängerung unseres Aufenthaltes, da wir beide erst wieder neue Kräfte tanken mussten. Das Wetter war halbwegs ok – trotzdem stand uns beiden nicht der Sinn nach Unternehmungen. Vielleicht hatten uns die anstrengende „Hitzefahrt“ am 02.Januar mehr zugesetzt, als wir gedacht hatten. So richtig konnten wir es nicht benennen…aber uns ging es nicht gut. Daher legten wir ein paar Tage Pause ein. Das Wetter war nicht gut genug, um die Zeit am Strand zu verbringen und auf „Touristenunterhaltung“ im netten Städtchen hatten wir wenig Lust. Der Campingplatz war nicht der Schönste – aber es gibt dort eine ganz neue, wirklich große und schöne Camp-Küche. So konnten wir ein paar Tage lang mal Lebensmittel + Getränke kühl halten und was leckeres Kochen. Ich weiß nicht, wie viele Packungen „5-Minuten-Nudeln“ wir in den letzten 9 Monaten gefuttert haben…aber es müssen Berge sein 😉

 

Dank Kühlschrank, Grillplatten & Herdplatten konnten wir unsere Diät etwas abwechslungsreicher gestalten. Kochen kann auf so einer Tour zur Herausforderung werden. Unsere kleine Küchenausrüstung spielt bislang super mit. Trotzdem ist es auf dem Motorrad völlig anders, als mit einem Auto (oder Camper usw.). Wir haben sehr wenig Platz für Vorräte, keinerlei Kühlmöglichkeiten und nur das Nötigste an Kochgeschirr. Da sind Fertignudeln überaus praktisch…heißes Wasser drauf und ab damit in den Bauch….aber irgendwann hängen die einem auch zum Hals raus.

Am 08. Januar starten wir Richtung Grampians. Der Tag war ein ganz besonderer für uns – der Jahrestag! Nadine und ich sind nun im „verflixten 7. Jahr“ und denken, wir werden die Kurve kriegen 😉 Hoffentlich im wahrsten Sinne des Wortes. Wir wollten uns den Tag besonders schön machen und uns etwas „Luxus“ gönnen. Die Straße Richtung Dunkeld im Norden von Warnambool ist als nahezu langweilig zu beschreiben. Aber es waren auch nur ca. 160km. Am Himmel zogen dunkle Wolken auf und der heftige Wind ging mir mal wieder so richtig auf den Keks. Wenn es eine Sache gibt, die ich vor der Tour definitiv unterschätzt habe, dann ist es der Wind – boah…das kann einem echt den letzten Nerv rauben 😦 Nun ja…es hätte auch Hagel sein können.

Nadine wackelt gerade mit dem Tisch rum – sie meint, ich solle mich schonmal an Christchurch gewöhnen…ha ha!

Wir kamen trocken in Dunkeld an. Dort besorgten wir uns einen Zettel mit Unterkunfts-möglichkeiten bei der Touristinfo. Während Nadine sich schon mal im benachbarten Kaffee ihr schwarzes Lebenselixier für 3.50$ in die Tasse füllen ließ, zog ich mit dem Mopped kurz um die Häuser. Den ortansässigen Campingplatz schloss ich beim ersten Anblick aus. Ein paar hundert Meter weiter sind auf der linken Seite die „South Grampian Cottages“ zu finden. Hier haben Carolyn und ihr Mann George eine wirkliche Oase geschaffen. Mit viel liebe zum Detail lädt die kleine aber feine Anlage zum verweilen ein. Nach einem sehr freundlichen Gespräch mit George war für mich klar, dass wir hier mindestens eine Nacht verbringen werden. Also fuhr ich zurück und berichtete Nadine von meiner Entdeckung. Wenige Minuten später standen wir an der Rezeption und durften auch sofort das frisch gereinigte Cottage beziehen. Was für ein Luxus für uns! Zwei Schlafzimmer, ein nettes Bad, eine schnuckelige Küche und ein gemütliches Wohnzimmer mit Kamin. Dazu noch eine Veranda vor dem Haus….traumhaft. Für 110$ die Nacht war es zwar nicht ganz günstig – aber ein schebbeliges Motel kostet hier grundsätzlich um die 80$ und mehr. Außerdem erlaubte uns George, sein Wi-Fi kostenlos zu benutzen. Das Thema „Internet“ ist wirklich grausam in Australien. In Neuseeland soll die Versorgung noch schlimmer sein…wir sind gespannt! 

Wir bezogen unser Heim, legten unsere Isomatten & Schlafsäcke zum lüften aus und machten es uns gemütlich. In Dunkeld gibt es keinen Supermarkt. Ein kleiner Gemischtwaren-Laden bietet die nötigsten Dinge zum Überleben. Auf eine 60km Fahrt bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit hatten wir beide keine Lust. So deckten wir uns mit ein paar Sachen ein und waren direkt 50$ los 😦 

Nach einer heißen Dusche gönnten wir uns ein kleines Mittagsschläfchen und kochten am Abend, ließen das Radio laufen und schauten danach TV. Das klingt nun alles so „normal“ für euch – für uns ist aber etwas Besonderes in dieser „Normalität“, da wir die nur selten haben. Danach kuschelten wir uns ins Bettchen. Es war ziemlich kalt geworden und wir freuten uns über die Heizdecken(!) im Bett!!! So viel mal wieder zum Thema „kältester Sommer in Australien seit 50 Jahren“. Am nächsten Morgen entschieden wir uns sehr schnell dazu, noch eine Nacht zu bleiben und unseren kleinen Traum vom Haus noch für weitere 24 Stunden zu genießen.

Nach zwei Tagen „zuhause“ spielen schauten wir der Realität wieder ins Auge und fuhren in die Grampians rein. Die Strecke ist nett zu fahren und manchmal blinzelte die Sonne durch die Wolken. In Halls Gap angekommen, schauten wir uns ein wenig um und besorgten uns eine Camping-Genehmigung im Nationalpark. Ansonsten bei Motorrädern unüblich, mussten wir für beide Maschinen zahlen. Da zwei Motorräder in der Regel nicht mehr Platz als ein Auto einnehmen, mussten wir bislang immer nur die Gebühr für ein Fahrzeug entrichten…na ja…wenns für einen guten Zweck ist und disskutieren nicht hilft, dann zahlt man eben. So nahmen wir die 17km „Schlängelstrecke“ die Berge hoch und bezogen unsere Campsite im „Smiths Mill“ Park. Zur Ausstattung gehören 3 Plumsklos, eine selbstbefüllbare Dusche (Modell: Eimer an der Schnur) und einen Wasserhahn, der sein kühles Nass frisch vom kleinen Bach ableitet – ergo: kein Trinkwasser. Während ich mich wieder um den Zeltaufbau etc. kümmerte, räumte Nadine ihr Mopped frei und fuhr zurück nach Halls Gap, um Trinkwasser zu besorgen. Nachdem das Zelt stand und die Ausrüstung an ihrem Platz war, ging ich über den Platz bzw. in den Wald und besorgte Feuerholz. Wir freuten uns beide auf das „rustikale“ campen. Seit Nordamerika hatten sich für uns noch keine Gelegenheit dazu ergeben und wir vermissten bereits den Geruch nach Lagerfeuer und die Abgeschiedenheit in den Nationalparks. Zwischendurch hatte ich einen kurzen Plausch mit Ben aus England, der mit seiner Frau auf einer alten BMW unterwegs ist und ein paar Plätze weiter sein Zelt aufgeschlagen hatte. Wir haben immer großen Respekt für Leute, die es irgendwie schaffen, zwei Leute inkl. Ausrüstung auf einer Maschine unter zu bringen. Ben erzählte mir, dass sie auf einer „Revival-Tour“ sind und diese Reise auf dem Motorrad bereits vor 10 Jahren unternommen hatten. Für die Beiden geht es quer durch Australien, dann rüber nach Indonesien, Südkorea, Japan und über Russland zurück nach England. Da will man am liebsten gleich hinterher fahren…aber meine treue CBF ist leider nicht das geeignete Mopped für eine Russland Durchquerung 🙂

Am Abend zogen Regenwolke durchs Gebirge und es wurde mal wieder bitter kalt. Vor dem Lagerfeuer war es noch auszuhalten – aber Nadine hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 2 T-Shirts, einen Pulli, die Regenjacke und die Motorradjacke an (und natürlich eine Hose). Wir knüpften die Schlafsäcke zu einem Großen zusammen und krabbelten ins Bett. Während Nini sich ihren Rücken an meinem Bauch wärmte, schob ich meine Eisklötze (auch Füße genannt) rüber. So schliefen wir bald ein und wurden am nächsten Morgen, wie so oft schon, durch das aufgeregte gekreische der Kakadus geweckt. Der graue Himmel versprach nichts gutes. Nini schaffte es irgendwie in den Regenpausen, ein kleines Feuer zu starten und Kaffee heiß zu machen. So eine Heldin! In einem Topf erwärmten wir uns Flußwasser, mischten es mit Seife und nutzen es zur „Katzenwäsche“. Das bedeutet, sich in der „Freiluftduschkabine“ auszuziehen und den Waschlappen zu schwingen. Das Zähneputzen erledigten wir dann lieber mit Trinkwasser. Den Rest des Tages konnten wir leider nur wenig unternehmen. In Regen + Kälte wandern zu gehen macht keinen Spaß. Am Nachmittag nutze ich die halbe Stunde Sonnenschein und fuhr zu den Wasserfällen. Zum Glück blieb es auch am Abend trocken und wir bekamen spontan eine Einladung von Dwayne und seiner Frau Pat. Das Rentnerpaar unternimmt regelmäßig mehrere Monate andauernde Camping-Touren durch ganz Australien. So bekamen wir viele Geschichten zu hören, während wir uns an dem großen Lagerfeuer wärmten. Eine weitere Wohltat war die Pizza frisch aus dem Backofen und der australische Rum. Zum „Dessert“ gab es dann noch einen sehr leckeren Portwein (O-Ton Dwayne: Der muss leer werden…ich will nicht die halbvollen Flaschen & Verpackungen rum fahren). In der Nacht konnten wir gut schlafen 😉 Dwayne und Pat zogen am nächsten Morgen weiter und wir freuten uns über die Sonnenstrahlen. Nach der üblichen Morgenroutine rüsteten wir uns für mehrere kleine Wanderungen und zogen los. Nadine und ihre Transe waren in „Abenteuerlaune“. Also entschied meine zuverlässige Navigatorin, die Abkürzung über den Waldweg zu nehmen. Eine Abkürzung war es in der Tat…allerdings finden meine Reifen und ich den Untergrund nicht so toll, wie Nadine mit ihrer Enduro. Unterwegs war noch Zeit für ein paar Fotos und für ein kurzes Video. 

Wir starteten mit der ca. 2 1/2 stündigen Tour hoch zu den „Pinnacles“. Die 130 Höhenmeter überwindet man bildlich gesprochen über Stock & Stein. Unterwegs begegneten wir einem Echidna, dass sogleich alle Stacheln aufstellte und uns sein Hinterteil zuwandte. Trotzdem konnten wir einen guten Blick auf das Tierchen erhalten und ihm dabei zusehen, wie es mit seinem langen Rüssel den Boden nach was Essbarem absucht. Nach 1 1/2 Stunden waren wir oben angekommen und genossen die Aussicht. Der Abstieg ging deutlich schneller. Wir freuten uns auf ein kleines Picknick am Parktplatz. Frisch gestärkt fuhren wir noch weitere Aussichtspunkte an. Manche sind nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt – zu anderen muss man ein paar Kilometer laufen. Das Licht war leider für Fotos nicht optimal – aber wir hoffen, ihr könnt einen Eindruck der Landschaft bekommen. Am Abend hätten wir noch die Möglichkeit gehabt, einen Tanz der Ureinwohner zu sehen. Leider war der Eintrittspreis pro Person bei 25$ und somit nicht in unserem Budget. Wir hoffen darauf, in Zukunft weitere Gelegenheiten dazu zu bekommen!

Am Abend warfen wir wieder unser Feuer an und ich kochte eine typische deutsche Mahlzeit: Fleisch, Kartoffelpürre mit Erbsen & Möhrchen Gemüse. Nicht so gut wie bei Mama + Papa – aber OK unter den Umständen. 

Nachdem am nächsten Morgen alles wieder zusammen gepackt war, zogen wir los Richtung Osten. Adelaide haben wir von unserem Plan gestrichen – die Uhr tickt für unsere Abreise aus Australien. Über mehrere Stationen ging es bis nach Bendigo. Eine sehr schöne Stadt, für die wir leider nicht die gebührende Zeit hatten. Wir kamen am frühen Abend an und bezogen einen Campingplatz für die Nacht. Da wir Hunger hatten & dringend Wäsche machen mussten, blieb keine Zeit für einen Bummel durch die Straßen. Wir stanken nach 3 Tagen ohne richtige Dusche und mit viel Lagerfeuer wie die Bären. Eine nette Dame lieh mir ihre Wäscheklammern. Während die frisch duftenden Bekleidungsstücke im Wind wehten und die letzten Sonnenstrahlen einfingen, zauberte Nadine ein sehr gutes indisches Curry aus der Dose. Dazu gab es Salat und Reis, der leider den Geschmack den Waschpulvers angenommen hatte. In der Hitzewelle an der Great Ocean Road waren ein paar Beutel des Flüssigwaschmittels geschmolzen und hatten unseren „Futterbeutel“ kontaminiert. Wir hatten zwar alles gereinigt und die intakten Wäschepads nochmal umverpackt…aber der Reis hatte die Geschmacksnote „Frühlingsfrisch“ angenommen. Nun ja…das Curry übertönte den Geschmack fast vollständig und warum nicht mal ein bisschen Abwechslung auf dem Teller? Yasminreis duftet ja auch…

Die Dusche am Abend glich eher einer „rituellen Reinigung“ bei nahezu kochendem Wasser. Die Haare hatten auch nach 2x shampoonieren noch den Hauch von Lagerfeuer-Duft. Aber so frisch gewaschen in frischen Schlafanzügen schläft es sich gleich besser.

Für den nächsten Tag wartete die wunderschöne Strecke bis nach Albury auf uns. Bei bestem Wetter ging es auf den Weg Richtung Norden. Wir legten einen Zwischenstop in Echuca ein und schauten uns das historischen Städtchen an, wo man heute noch mit dem Schauffelraddampfer über den Murray River (größter Fluss Australiens) geschippert werden kann. Kaum im Ort drin, nahm ein australischer Transalp-Fahrer die „Verfolgung“ auf. Wir stoppten und unterhielten uns über die jeweiligen Modelle, die Gepäcksysteme etc. Wir sollten WIRKLICH damit anfangen, Geld zu nehmen, von jedem der die Transe sehen will…. Nach einer Stunde schlendern war es dann auch genug und wir zogen weiter. Unterwegs hatten wir einen spektakulären Ausblick auf den Mulwalla Stausee mit all den toten Bäumen, die aus dem Wasser ragen. Das Ufer war voll gepackt mit grillenden Sonnenanbetern und Wassersportlern. Wir hielten an und schauten dem bunten Treiben auf dem Wasser und an Land eine Weile zu. Am liebsten wären wir auch aus den Klamotten raus und ab auf einen der Jetskis!

In Albury angekommen trafen wir uns mit Dave im Park am Flussufer. Dave betreibt in den Sommermonaten einen Kanu-Verleih in Albury. Wir waren einer Einladung von ihm im ADV-Forum gefolgt und genossen wieder einmal die Gastfreundschaft eines Motorradfahrers. Während wir darauf warteten, dass seine Kunden mit den Kanus am Sammelpunkt ankommen, streckten wir die Füße ins erfrischende Wasser und unterhielten uns mit unserem Gastgeber. Dave war bereits in 47 verschiedenen Ländern mit einem Motorrad unterwegs. Zuhause hat er eine lustige Sammlung von Motorrädern, Ersatzteilen und kleinen Moppeds stehen. Auch ansonsten ist Dave ein großer „Sammler“. Er hatte uns liebevoll „vorgewarnt“, das er in einer Chaos-Bude wohnt und gerade renoviert etc. Nun ja – wir können sein Haus und sein Grundstück als Single-Mann-der-nichts-wegwerfen-kann-Objekt beschreiben. Nachdem er den Fußboden in seinem Gästezimmer befreit hatte (alles zur Seite aufstapeln), konnten wir unsere Iso-Matten ausbreiten und unser Bettchen herrichten. Die Bude hat definitiv Charme und wir haben uns bei und mit Dave sehr wohl gefühlt. Für den nächsten Tag hat er uns zu einer Kanu-Tour eingeladen und wir bestiegen um 11 Uhr einen seiner Klein-Busse, um zum Ausgangspunkt an den Wasserwerken zu fahren. Mit dabei waren 11 australische Touristen und nach einer Einweisung + dem Anlegen der Schwimmwesten, bekamen wir alle unsere Bote zugewiesen und ab gings auf Wasser. Nini und ich teilten uns ein rotes Kanu und paddelten munter los. Navi-Nini war natürlich hinten im Boot und für die Steuerung zuständig! Ich machte es mir vorne bequem. Nachdem wir ein paar Drehungen und Manöver ausprobiert hatten, bekamen wir ein Gefühl für das Kanu und den Fluss. Wir winkten Dave und machten uns mit den anderen auf die 17km lange Paddeltour den Murray entlang. Wir hatten großen Spaß! Die 3 Stunden vergingen so schnell, dass ich am Ende gerne nochmal gestartet wäre. Da ich noch nie in einem Kanu auf einem Fluss unterwegs war, war es ein besonderes Erlebnis für mich.

Für den Abend hatte sich Dave noch ein wirklich nettes Programm überlegt: Im Park am Fluss gibt es einen öffentlichen Steinbackofen. Der wird an bestimmten Abenden von Stadtangestellten befeuert und jeder kann sich selber eine frische Pizza, Brot o.ä. zubereiten. Wir kauften uns leckere Beläge, eine Kiste Bier und eine Kiste Birnen-Cidré (extrem süffig!!!!) und trafen uns mit Daves Freunden im Park. Alle packten die Campingstühle und Picknick-Utensilien aus. Der Pizza-Boden wurde inkl. Blechen bei einer Pizzaria in der Stadt gekauft bzw. geliehen und schon ging es los. Wir schnibbelten das frische Gemüse klein, packten Wurst, Käse, Meeresfrüchte, Knoblauch, Zwiebeln usw. auf den Teig und ab damit in den Ofen. 10 Minuten später hatten wir eine ganz wunderbare, frische Pizza, kalte Getränke und eine lustige Runde! Nadine und ich hatten noch vom Mittagessen etwas gegrilltes Känguruh-Fleisch übrig und packten das auch gleich auf eine der Pizzen. Viele von Daves Freunden hatten noch nie in ihrem australischen Leben Känguruh gegessen. Ein paar „Mutige“ probierten dann auch mal und schon gingen die Witze los, dass erst zwei Deutsche vorbei kommen müssen, um den „Aussis“ Känguruh zum probieren zu geben 🙂 Erst lange nachdem es dunkel war und alle anderen den Park bereits verlassen hatten, tranken wir die letzten Flaschen leer. Vorher nahmen wir noch ein gemeinsames Bild mit Robbie auf (wir haben alle die Augen zu…vom Alkohol oder vom Blitzlicht….). Robbie ist eine australische (und weltweite) Motorrad-Rennsport-Legende. In seiner aktiven Zeit konnte er viele Rennen gewinnen und war 10 Jahre lang hintereinander der schnellste Mann Australiens. Einer seiner Söhne startet in der kommenden IDM-Saison und wir im Juni u.a. am Nürburgring starten. Robbie sucht für die 8-monatige Rennsaison übrigens noch ein Haus an der Schweitzer Grenze. Falls jemand also eines zu vermieten hat….bitte melden – wir leiten es gerne weiter. Nadine und ich würden uns sehr freuen, wenn wir im Juni rechtzeitig für das Rennen zurück sind und Robbie uns durchs Fahrerlager und die Boxengasse führen könnte. Mal schauen, ob er sich dann noch daran erinnern kann!

Die Verabschiedung von Dave am nächsten Vormittag war herzlich und vielleicht kommt er in ein paar Monaten, spätestens nächstes Jahr, nach Deutschland. Wir freuen uns auf das Wiedersehen. Die 2 Tage in Albury waren sehr gut!

Die Sonne bruzelte schon ganz schön am Himmel und wir brauchten eine Weile, bis wir die richtige Straße aus Albury raus gefunden hatten. Nachdem dieser nervige Part erfolgreich abgeschlossen war, befanden wir uns auf einer der schönsten Strecken (zumindest nach meiner Meinung – Nadine sah es nicht so). Wir folgten dem Flusslauf und genossen den Fahrtwind, die vielen Kurven und die gute Straße. In Corryong besorgten wir uns neues Wasser, einen Happen zu essen und nutzen den kostenlosen Internetzugang in der Bücherrei. Die Nachrichten waren weniger beglückend. Unser gewählter Spediteur für die Verschiffung nach Neuseeland teilte uns mit, dass er gerade keine Transport-Kisten zur Verfügung hat und von unserem „alten“ Spediteur gab es immer noch keine neuen Nachrichten. Wir warten nach wie vor darauf, dass er uns die „Bill of Lading“ zur Verfügung stellt (die brauchen wir für den amerikanischen Zoll) und sich endlich um den Schaden an meiner CBF kümmert. Zwischendurch hatten wir ihn einmal ans Telefon bekommen. Wie immer nur Versprechungen und der Rückruf blieb natürlich aus…grummel…. Aber alles wird gut!

Gegen 17 Uhr ging es dann weiter und wir ließen die Sorgen Sorgen sein. Die Straße quer durch die Snowy Mountains war ein Genuss. Da wenig Verkehr war, konnten wir die Kurven mit Schwung nehmen und einfach mal für 1 1/2 Stunden Spaß haben. Auf der Kuppe hatten wir einen Blick auf den höchsten Berg Australiens. Die anschließende Abfahrt machte genauso viel Spaß wie der Weg auf den Berg hoch. Und als ob der Tag nicht schon motorradfahrerrisch perfekt gewesen wäre, strahlte ein großer Regenbogen in seinen schilldernden Farben quer über uns. Ein Zeichen vom Himmel, dass wirklich alles gut wird?! In Jindabyne angekommen fanden wir nichts auf den ersten Blick, was uns als Unterkunft angesprochen hätte. Wir entschlossen uns kurzerhand, noch bis nach Cooma zu fahren. Die Abendsonne tauchte die Grashügel in ein sanftes, rotes Licht und mit den letzten Strahlen kamen wir in dem Örtchen an. Wir nahmen uns ein Motel Zimmer und durften das Wi-Fi nutzen, welches aber um 21:45 Uhr abgeschaltet wird, weil dann der PC runter fährt???!!!!????? Zum bloggen also mal wieder keine Zeit…grummel….

Die Hauptstadt Australiens stand nun auf dem Programm. Nach 1 1/2 Stunden über den Highway kamen wir in Canberra an. Wir nahmen ein Lunch zu uns und fuhren zum National-Museum raus. Auf dem Parkplatz „begrüsste“ uns eine deutsche BMW mit Kennzeichen aus dem Landkreis Mettmann. Den Besitzer oder die Besitzerin haben wir im Musuem leider nicht getroffen. Der Eintritt ist frei und wir schlenderten durch die Geschichte Australiens und sahen tolle Kunstwerke verschiedener Aborigines-Stämme. Nach einem Kaffee fuhren wir zum Parlamentsgebäude und stellten die Motorräder in der Besucher-Garage ab. Kaum waren wir ein paar Minuten unterwegs und hatten gerade ein paar Bilder gemacht, kam ein Fahrrad Polizist auf uns zu. Oh ha….unsere erste direkte Begegnung schien unausweichlich und ich fragte mich, ob wir was falsch gemacht hatten oder sonstwie „auffällig“ wären?! Nach seiner Begrüssung waren alle Bedenken in Luft ausgelöst – Polizist (in englisch): „Hey, gehört einer von euch beiden zufällig die Transalp?“ Ha ha….nun hatten wir uns also in den kommenden 10 Minuten den Fragen des motorradverrücktem Polizisten zu stellen, der 3 Maschinen zuhause hat 🙂 Er wollte alles über das Gepäcksystem wissen usw. Nach 2 Zigaretten nahm er wieder seinen Dienst auf und wir machten uns auf den Weg quer durch die Stadt Richtung Norden. Nach ein paar Kilometern standen wir im Feierabend-Stau. Das war mal eine Abwechslung und nach 10 Monaten ohne Arbeit war es regelrecht amüsant (ok…ich höre auf…sonst werft ihr gleich Steine nach mir). 

Wir bezogen in Goulburn Quatier und machten uns am nächsten Tag auf die Etappe in die Blue Mountains. Hier werden wir nun die zweite Nacht verbringen, bevor es für uns nach Sydney geht. Gestern haben wir den Abend mit zwei deutschen Mädels verbracht, denen wir ggf. in Neuseeland nochmal begegnen könnten. Heute standen die Sehenswürdigkeiten der Region auf dem Programm, u.a. die „Three Sisters“. Die Felsformation ist der Sage nach entstanden, als ein Vater seine drei Töchter zum Schutz vor einem bösen Wesen versteinert hat und man wartet bis heute darauf, dass der Zauber sich wieder löst. Schöne Grüsse an dieser Stelle an meine zwei Schwestern und meinen Papa (nicht auf dumme Gedanken kommen!).

So – nun genug für heute. Wir melden uns nochmal aus Sydney und vor der Abreise nach Auckland (sofern wir Internet haben *g).

K + N

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2 Kommentare zu “Tag 282 – 296 Jahrestag in den Grampians, Kanufahrt auf dem Murray und ein Besuch der Hauptstadt

  1. Ihr dürft auf alle Fälle duschen, baden, kochen und wochenlang auf unserer Couch liegen! Wir nehmen auch nur 50 € pro Tag und ich nenne unsere Wohnung jetzt auch Cottage- hört sich gut an :-)Wirklich fiese Preise für ein bisschen Alltag. Und wie immer tolle Bilder und ein super lustiger Bericht. Ich habe mir schon wieder ein paar Jokes gemerkt, um diese im passenden Moment zu platzieren.

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