Tag 303 – 318 Ankunft in Neuseeland & mit dem Van über die Nordinsel

Datum: 27.01.2012 – 12.02.2012 Orte: Auckland, Neuseeland ->  Dargaville -> Kaikohe -> Kaitaia -> Cape Reinga -> Mangonui -> Kawakawa -> Whangarei -> Warkworth -> Auckland -> Tairua -> Coromandel -> Thames -> Auckland Unterkunft: Camping, Gaestezimmer von Gaby & Gregor Wetter: viel Sonne &  manchmal Regen Kilometerstand (CBF): unverändert 

Nach 2 Wochen Schreibpause (nein, es war keine künstlerische Blokade!) nun die ersten Bilder und Zeilen aus und über Neuseeland! Das wichtigste vorweg: unsere Maschinen sind noch nicht da – kommen aber hoffentlich morgen (Montag) mit dem Schiff an. 

Nini und ich landeten mit 2 Stunden Verspätung am Internationalen Flughafen in Auckland um 2.45 Uhr Ortszeit (wir sind jetzt wieder 12 Stunden in der „Zukunft“). Wir waren beide müde und suchten uns am Flughafen ein Plätzchen zum schlafen. Zum Glück gibt es nichts im Internet, was es nicht gibt. So hatte Nadine schon vorher Informationen darüber besorgt, wo man es sich so richtig gemütlich machen kann. Also ab mit dem Gepäck zum „Abflug-Ausguck“. Dort hatten es sich bereits andere Reisende auf dem Teppich gemütlich gemacht. Das Licht war gedämmt und es war schön ruhig. Laut Nadine habe ich innerhalb weniger Minuten ein lautes Schnarchen angefangen. Sie band mir die Verzurr-Gurte der Rucksäcke um die Hände, in der Hoffung, dass ich was merken würde, wenn jemand damit weglaufen will…ha ha…als ob ich aufwachen würde, wenn ich einmal schlafe!

Nach zwei Stunden war es vorbei mit der Ruhe. Die ersten „Abschiedwinker“ kamen und ich hatte Glück, dass ich nicht von einem getreten wurde. Obwohl ich ganz am Rand lag, meinte er, er müsse quer über mich steigen um ja auch den allerletzten Blick auf seine Tochter & Enkelkinder werfen zu können. Nun ja…als Reisender – im Gegensatz zum Pauschaltouristen – sinkt man in der Wahrnehmung mancher Menschen zum Obdachlosen herab…was wir faktisch ja auch sind 😉

Um 5.00 Uhr öffneten auch die Restaurants und Kaffee-Stände. Also aufstehen, Zähnchen putzen, kaltes Wasser ins Gesicht und ab an die Kaffee-Bar. Entweder sahen wir so verpennt aus, oder die Dame möchte Touristen mit besonders viel Koffein auf die kommenden Tage im Land vorbereiten – zumindest bekam ich einen Kaffee in die Hand, der Tote aufwecken könnte. Selbst Nadine, von der ich heimlich vermute, dass sie als Baby schon Kaffee im Fläschchen hatte, fand den zu stark. Nach dem Genuss blieben meine Augendeckel wenigstens oben. Nach kurzer Überlegung und einem Preisvergleich entschieden wir uns, den Express-Shuttle in die Stadt zu nehmen. Dort angekommen, entschieden wir uns spontan für eine Weiterfahrt mit dem netten Busfahrer und gönnten uns einen kleinen Luxus, indem wir uns bis vor die Haustür von Gaby & Gregor bringen ließen. Gregor und die Kids (Joschka und Sarah) waren auch schon wach und winkten uns vom Küchenfenster zu. Wenig später kam auch Gaby dazu und wir tranken einen guten Kaffee zusammen. Meine bessere Hälfte und ich verabschiedeten uns danach erstmal ins Bett und machten ein paar verpasste Stunden Schlaf wieder wett. 

Im Laufe der Woche bekamen wir schlechte Nachrichten: Die Ankunft unserer Motorräder wird sich um eine Woche nach hinten verschieben, da das Schiff ausgetauscht werden muss. Na prima…ich liebe Seefracht! Der neue Termin für die Ankunft in Auckland: Montag, der 13.02.2012. Nini und ich besprachen die Situation und einigten uns schnell darauf, dass wir nicht 14 Tage in Auckland rumsitzen und warten wollen. Natürlich fühlen wir uns bei Gaby, Gregor und mit den Kids super-wohl – aber die schöne Stadt hat nun auch wieder nicht soooo viel zu bieten, um 2 Wochen lang uns Abwechslung zu bieten. Wir haben bereits viel von der Stadt gesehen und gönnten uns auch mal Kino, Kaffee trinken etc. Außerdem trafen wir uns mit Philip, den wir auf Fiji kennen gelernt hatten auf einen Cocktail (Tequila Sunrise für 5NZ$!) am Hafen. 

Wir buchten uns also einen Camper-Van und fanden bei „DriveNZ“ ein sehr gutes Angebot. Am Dienstag, den 07.02, zogen wir per Bus & Bahn los Richtung Flughafen. Dort fanden wir sofort die richtige Ausstiegs-Station und die Anmietstation. Unser Wagen war schon bereit und die Formalitäten schnell geklärt. Da Nadine ihre Arbeit als Board- & Navigationscomputer übernehmen musste, nahm ich auf dem Fahrersitzt RECHTS platz. Ich bin ja sehr froh darüber, dass wir seit September nur in Ländern waren, in denen Linksverkehr herrscht. Ansonsten hätte mich die erste Autofahrt sicherlich viel nervöser gemacht. Unsere Nissan „Vanette“ kam glücklicherweise mit einem Automatik-Getriebe daher und so musste ich mich nur darauf konzentrieren, dass Blinker- und Scheibenwischerhebel „vertauscht“ sind. Wir fuhren zurück zum Haus nach Hauraki und luden unser Gepäck ein. Gaby steckte uns noch einen Espresso-Macher ein, den wir dankbar annahmen. Ohne ihren Kaffee am Morgen wird die liebe Nadine schnell zum menschenfressenden Monster! Der Camper-Van ist simple aber praktisch ausgestattet und bot alles, was wir zum Leben in den nächsten 5 Tagen brauchen würden. Nur der Motor …. *stöhn*…..der zieht keine Salami-Scheibe vom Brötchen! 

Von Auckland aus starteten wir unsere Erkundung des Nordzipfels der Nordinsel. Entlang der Westküste ging es am ersten Tag bei klarem Himmel, Sonnenschein und bester Laune los. Während der ganzen letzten Tage gab es fast keinen Blick aus dem Fenster, der uns nicht fasziniert hat. Was für eine tolle Landschaft! Die Straßen sind manchmal ziemlich fies und die Neuseeländer scheinen die Liebe zum Rollsplitt mit den Australiern zu teilen 😦 Aber wir hatten ja unsere Vanette und mussten uns kaum Gedanken über die Teerdecke machen. Am späten Nachmittag nahmen wir eine Abzweigung zum Strand. Wir waren nur wenige Kilometer vom Anfang des „90 Mile Beach“ entfernt. Der gesamte Strand kann in der vollen Länge mit dem Auto (Motorrad, Quad, etc.) befahren werden. Coole Sache! Also fuhren wir die Vanette auf den Strand und machten ein paar Bilder. Den ganzen Weg bis an die Nordspitze wollten wir aber nicht am Strand entlang fahren. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Nationalpark Campingplatz direkt am Waldrand. Wenige Meter im Wald konnten wir die Kauri-Bäume bewundern, die inzwischen geschützt werden. Wir packten unseren Tisch, die Stühle und unser Abendbrot aus und genossen die erste Nacht in freier Natur – ein tolles Gefühl! Die Liegefläche vom Van bietet ausreichend Platz und wir hatten es warm + gemütlich. Was will man mehr? 

Am Tag darauf ging es bis an den Nordzipfel, dem Cape Reinga. Das ist zwar nicht wirklich der nördlichste Punkt, aber die tolle Aussicht ist einen Besuch jederzeit wert! Unterwegs stoppten wir unsere Fahrt, um dem „Lord Of Trees“ unseren Besuch abzustatten. Der vermutlich älteste und größte Kauri-Baum ist ein sehr heiliger Ort für die Maori. Gegen 18.00 Uhr waren wir dann ganz „oben“ im Norden! Hier trifft der Pazifik auf die Tasmanische See. Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb – aber gibt ein hübsches Fotomotiv! Wir beschlossen, noch ein wenig weiter zu fahren und machten uns auf den Weg zurück Richtung Süden. Kurz vor der Abzweigung Richtung Ostküste, folgten wir spontan einem Schild, um nochmal an den „90 Mile Beach“ zu fahren. Und das war eine sehr gute Entscheidung! Wir standen gerade für eine Zigarette am Straßenrand, als neben uns ein Jeep anhielt. Ein netter, älterer Maori und eine Frau fragten uns, ob alles in Ordnung sei. Wir bejahten dies und meinten, dass wir uns gerade überlegen, wo wir heute Nacht schlafen würden. Darauf erwiderten die zwei, wir sollen ihnen einfach folgen, denn wir könnten bei ihnen übernachten. Nun gut…also hinter dem Jeep her. Es ging 9km quer durch den Wald auf der Schotterpiste entlang und manchmal konnten wir vor lauter Staub gar nichts mehr sehen. Kurz hinter den Dünen ging es links ab und dann noch ein Stück über Steine und Sand. Zum Glück hatten wir das Auto!!! Mit der CBF hätte ich das nicht lebend überstanden 🙂 Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir an. Beim Aussteigen lernten wir unsere Gastgeber kennen. Gabi, aus Deutschland, die vor 17 Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist und hier eine Lodge mit Campingplatz betreibt und „Uncle“ (der von jedem so genannt wird), ein Maori mit bewegter Geschichte. Wir lernten gleich darauf die beiden Hunde kennen und Gabis Pferde, die hinter den Dünen ihre Weiden haben. Im kleinen aber feinen Backpacker-Häuschen freuten wir uns dann noch, Peter aus Deutschland kennen zu lernen. Er hat nach seinem Abitur beschlossen, auf Reisen zu gehen. Und da er gerne wandert, kam es ihm in den Sinn, von Auckland aus am Strand entlang bis nach Cape Reinga zu laufen (ca. 500km!). Danach möchte er noch die Südinsel durchwandern. Respekt! Wer also einen jungen Mann mit Rucksack am Strand in Neuseeland trifft, dann gebt dem Jungen was zu Essen! 

Wir hatten einen tollen Abend und saßen mit Gabi, Uncle und Peter noch ein paar Stunden zusammen. Gabi brachte ihr Notebook und wir schauten uns gemeinsam einen ZDF-Bericht über sie an, der im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Uncle erzählte von seinen Reisen in Europa und seinem Leben in Australien sowie von seinen Töchtern, die eine lange Weltreise unternommen hatten. Wir staunten nicht schlecht, als Peter von seiner Wanderung berichtete und natürlich mussten auch wir erzählen, was wir bislang erlebt haben. So kletterten wir im Schein des Vollmonds in unser Bett und hatten einen ganz wunderbaren Ausklang für diesen schönen Tag. Früh am Morgen wachten wir vom Sonnenaufgang auf und packten die Kamera aus. Was für eine phantastische Lichtstimmung! Später gab es ein kurzes, gemeinsames Frühstück mit Peter und wir „tratschten“ noch etwas mit Gabi. Nun ging es zurück über die Schotterpiste und Richtung Ostküste. Mittags stellen wir den Van auf einem Parktplatz am Strand ab und hielten ein kleines Mittagsschläfchen nach einem Picknick am Strand. Danach wollten wir uns eigentlich den Ort anschauen, an dem der erste Friedensvertrag zwischen den Maori und den Europäern geschlossen wurde. Allerdings kostete der Eintritt 25$ pro Person und es hätte nochmal 18$ pro Person gekostet, um z.B. einen Tanz zu sehen. Das war uns zuviel und wir zogen weiter. 

Wir kamen an unzähligen Traumstränden vorbei und die hügeligen, kurvigen Straßen verlangten dem Van alles ab. Am Abend waren wir in Whangarei angekommen und trafen uns mit Kim, die wir ebenfalls auf Fiji kennen gelernt hatten. Wir zogen zu Fuß durch die Stadt, holten uns beim Asia-Snack was zu Essen und verabschiedeten uns nach knapp 2 Stunden wieder von unserer Freundin. Inzwischen war es dunkel geworden und wir suchten nach einem Schlafplatz. Der Platz, auf den wir wollten, hatte die Tore bereits um 20.00 Uhr geschlossen und so mussten wir weiter suchen. Wir bogen wieder Richtung Küste ab und im nächsten Ort fanden wir einen Stellplatz. Der lag allerdings in einem „toten“ Ende eines Kreisverkehres unweit eines Wohngebiets. So verbrachten wir unsere erste Nacht „Wildcampen“ am Straßenrand. Im Morgengrauen putzten wir uns schnell die Zähne, zogen uns was an und machten uns auf den Weg, bevor doch noch jemand vorbei kommt und uns Ärger macht 🙂 Ein paar Kilometer weiter erlebten wir einen herrlichen Sonnenaufgang am Strand. Hier bauten wir unseren Tisch auf und packten die Cornflakes aus. Auf unserem Gaskocher hatten wir schnell einen Kaffee heiß gemacht und genossen diesen einmaligen Frühstücksplatz! Blick auf das Meer, die Surfer in den Wellen und die aufgehende Sonne *hach*seufz* ! 

Wir beschlossen, die Tage zu nutzen und noch die Halbinsel im Osten von Auckland zu erkunden. Also fuhren wir durch die Stadt und rüber bis an die Ostküste zum Hot Water Beach. Hier bezogen wir für 2 Nächte Quatier auf dem Campingplatz. Nadine plagt leider eine leidige Erkältung und so verbrachte sie gestern fast den ganzen Tag im Bett. Am Nachmittag dann zogen wir los, um einen Eindruck von „Cathedral Cove“ und dem Hot Water Beach zu bekommen. Wegen Nadines Gesundheit verzichten wir auf den knapp 45 minütigen, teils steilen Weg runter zum Strand, um Cathedral Cove zu sehen. Am Hot Water Beach schauten wir dem lustigen Treiben der Strandbesucher zu, die sich zu hunderten mit einer Schaufel „bewaffnet“ Löcher in den Sand buddelten, um es von unten durch eine heiße Quelle mit bis 64 Grad heißem Wasser füllen zu lassen. Wir schauten zu und ich genoss ein leckeres Eis. Übrigens eröffneten wir am Nachmittag kurz den „Friseur-Salon chez Katja & Nini“ auf dem Campingplatz und schnitten uns gegenseitig die Haare – Ohren sind noch dran!

Wir wollten bis heute früh abwarten, ob sich Nadine besser fühlt und dann am Morgen zu Cathedral Cove laufen. Leider fühlt sich Nadine noch nicht wirklich besser und es regnet seit letzter Nacht in Strömen 😦 So müssen wir darauf hoffe, dass wir Ende März noch genügend Zeit haben, um nochmal an diesem tollen Ort vorbei zu schauen. Wir folgten heute der Straße einmal komplett um die Halbinsel herum und wir haben unsere Motorräder schmerzlich vermisst…nicht wegen dem Regen…sondern wegen der absoluten Traumstraße entlang am Meer!

Nun sind wir wieder in Auckland und hoffen, dass unsere Motorräder morgen eintreffen. Den Van müssen wir am Vormittag zurück geben und an den Flughafen fahren. Damit werden wir den Vormittag verbringen. Unsere Carnets sind anscheinend noch nicht eingetroffen – sonst hätten wir morgen ggf. schon mal die Zollabfertigung erledigen können. Es bleibt spannend im „Seefracht Krimi“ und wir werden euch auf dem Laufenden halten!

K

 

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3 Kommentare zu “Tag 303 – 318 Ankunft in Neuseeland & mit dem Van über die Nordinsel

  1. Während ich hier gemütlich euren Bericht lese ist bei euch schon Montag und eure Motorräder kommen!! Obwohl euer Bus-chen auch cool ist.Ich finde jedenfalls, dass sich euer Bericht viel entspannter liest als Australien. Gute Besserung Nini! Hier ist es noch bitter kalt, also sind wir erst recht sehr neidisch auf eure Outfits und die tollen Aufnahmen. P.S. Anfang Mai kann ich meinen Namen in Home-Surfer ändern. Wir bekommen nach 4 Monaten tatsächlich Telefon- und Internetanschluss!! Und das in Frankfurt… Deutschland ist auch nicht mehr dass, was es mal war 🙂

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