Tag 347 – 354 Zurück auf die Nordinsel, neue Freunde und Abschiedsschmerz

Datum: 12.03.2012 – 18.03.2012 Orte: Richmond -> Farewell Spit -> Richmond -> Picton -> Wellington -> Upper Hutt -> Napier -> Gisborne -> Te Araoa -> Opotiki -> Rotorua -> Matamata -> Ngatea -> Auckland, Neuseeland  Unterkunft: Camping, Gästezimmer von Diane & Brent, von Jessi & Pete, von Nick Wetter: oft Sonne  Kilometerstand (CBF): 58768km

Wir mussten den Regen in Richmond mal wieder „aussitzen“. Am nächsten Tag war es besser und wir konnten den Ausflug Rund um den Abel Tasman Park bis zum Farewell Spit machen. Was soll ich sagen….einfach nur schön! Für Neuseeland müssen neue Adjektive erfunden werden. Am nächsten Tag bummelten wir langsam aber sicher in Richtung Picton und nahmen schweren Herzens Abschied von der Südinsel. Die letzten Kilometer waren nochmal großartig = Motorrad Freude pur! 

Wir nahmen die Fähre um 18.00 Uhr. Der Wellengang war etwas stärker als bei der Hinfahrt. Unsere Mägen wurden etwas durchgeschaukelt. Bei einer Zigarette an der frischen Luft auf Deck 4 kam ich mit Alex ins Gespräch. Er ist der Manager des Catering-Service an Board und ist mit 18 Jahren aus Deutschland weg gegangen. Seitdem tingelt er durch die Weltgeschichte. Da der „Chef“ nacher bei uns am Tisch saß, bekamen wir einen guten Kaffee spendiert und das Personal verabschiedete sich persönlich von uns 😉

In Wellington wartete bereits Brent auf uns. Brent ist der Cousin von Warren und hat sich sofort gemeinsam mit seiner Frau Diane entschieden, uns zwei Reisenden für 2 Nächte bei sich auf zu nehmen. Die Beiden leben gemeinsam mit Hund & Katze in Upper Hutt, was nur 20 Minuten von Wellington entfernt ist. Brent fährt eine original 1955´er Triumph. Was für ein Sound!!! Gegen 22.00 Uhr waren wir bei dem Haus angekommen, wurden von Diane mit Essen versorgt und saßen gemütlich im Wohnzimmer. Für den kommenden Abend kündigte Diane einen Lammbraten vom Grill an. Das war so lecker! 

Von Upper Hutt  aus zogen wir los nach Napier. An dem Tag war es schrecklich windig und so manche Böe machte es nicht leicht, die Maschine in der Spur zu halten. Am Nachmittag hatten wir unser Ziel erreicht und ich baute zum letzten Mal in „Übersee“ unser Zelt auf. Das war vielleicht ein komisches Gefühl. In dem Moment wurde mir so richtig bewusst, dass unser Roadtrip sich dem Ende zuneigt. Am Abend kochten wir uns eine große Pfanne Garnelen mit viel Knoblauch und dazu ein Bier bzw. Weißwein. Damit endete unser letzter Abend auf dem Campingplatz. Am Morgen drehten wir einen kurzen Schlencker durch die Stadt, in der fast alle Gebäude im Art Deco Stil gebaut wurden. Ganz hübsch anzusehen – aber es haute uns auch nicht gerade aus den Socken…Also ab nach Gisborne. In dem netten Örtchen erkundeten wir alle historischen Plätze. Die stehen alle im direkten Zusammenhang mit James Cook, der hier zum ersten Mal seinen Fuß aufs Land setzte.

Am späten Nachmittag fuhren wir bei Jessi & Pete in die Hofeinfahrt. Die 2 sind so unglaublich symphatisch, dass wir uns innerhalb von Sekunden so fühlten, als ob wir alte Freunde besuchen würden. Im frisch renovierten Haus stand ein Zimmer für uns bereit. Pete und ich fuhren zum Türken in die Stadt und besorgten einen Döner-Teller (hatten wir seit über einem Jahr nicht mehr!!!) – danach machten wir es uns alle auf der Couch bequem und schauten einen Film. 

Pete begleitete uns am nächsten Morgen ein Stück. Nach knapp 60km tranken wir noch einen Kaffee zusammen – dann fuhr er wieder zurück und wir weiter in unsere Richtung. Wir hatten noch über 400km vor uns, denn die SH2 ist leider voll gesperrt und so blieb uns nichts anderes übrig, als das gesamte Kap zu umrunden. Das stellte sich aber als echter Glückstreffer heraus. Bei strahlendem Sonnenschein gab uns Neuseeland für den letzten Tag nochmal alles! Grasgrüne Hügel, dunkelgrüne Wälder mit den ersten bunten Blättern dazwischen, unzählige Schafe + Kühe (und Pferde, Alpacas, Ziegen) – wahlweise auf der Weide oder auf der Straße, schöne Straßen (bis auf die tausend Baustellen!!!), knorrige, windschiefe Bäume, Berge im Hintergrund und einsame Buchten mit Traumstränden, türkis farbenes Meer und glasklare Flüsse. 

Zwischendurch machten wir eine Pause am Straßenrand. Da kam eine ältere BMW um die Ecke und parkte neben uns. Unter dem Helm kam im norddeutschen Akzent „Kölle alaaf“ hervor und wir lernten Frank aus Kiel kennen. „Fast-Franky“ verbringt gerade seine 7 Wochen Jahresurlaub in Neuseeland und hat sich die Maschine von einem Kumpel ausgeliehen. Die BMW ist übrigens vor vielen Jahren über den Landweg (Türkei, Indien usw.) nach Neuseeland gekommen. Ab da fuhren wir ein ganzes Stück zu dritt und es machte Spaß, mal eine Begleitung zu haben. Das war eine Premiere für uns…denn während der ganzen Tour ist es noch nie dazu gekommen, dass sich uns andere Motorradfahrer anschließen oder umgekehrt.

Es war bereits dunkel, als wir in Rotorua ankamen. Nick war bereits von Pete vorgewarnt worden 😉 Wir durften die Moppeds in der Garage parken und im Kühlschrank stand kaltes Bier bereit. Nick kommt eigentlich aus England und zog vor einigen Jahren nach NZ wegen ihres Jobs. Sie hat einen Doktor in Papierwissenschaften. Ja – das gibt es wirklich. In NZ arbeitet sie als Wissenschaftlerin für eine Firma, die u.a. Verpackungen für Kiwis herstellt.

Heute früh luden wir Nick zum Frühstück ein und sie fuhr uns in der Stadt spazieren. Wir werden sie ggf. wieder sehen, da wir mit unserem Camper-Van nochmal in die Gegend fahren werden.

Dann machten wir uns auf den Weg nach Auckland. Die letzten Kilometer lagen vor uns. Motiviert waren wir kein bisschen. Der Sonntags-Verkehr war nervig, es kommt nie eine Tankstelle, wenn man eine braucht, dann fing es noch an zu regnen und, und, und…. Die letzten Stunden haben wir damit verbracht, die Maschinen zu putzen, unsere Ausrüstung durch zu gehen und alles sauber zu machen….die Taschen zu packen usw. Hart aber wahr – In ein paar Stunden fahren wir die Maschinen zum Lager und dann sehen wir sie bis Mitte Mai nicht wieder. Dann werden wir in Lissabon sein.

Also werden wir Morgen früh große Abschiedsschmerzen haben!

Für die letzten Tage bis zu unserem Abflug nach Bali haben wir wieder einen Camper-Van. Wir werden berichten, ob wir wieder mit „unserer Vanette“ unterwegs sein werden!

K

P1140417P1140428P1140440P1140447P1140458P1140467P1140470P1140475P1140522P1140527P1140529P1140534P1140539P1140608P1140614P1140621P1140638P1140630P1140639P1140679P1140667P1140675P1140680P1140686P1140682P1140687P1140694P1140699P1140696P1140703P1140704P1140708P1140709

2 Kommentare zu “Tag 347 – 354 Zurück auf die Nordinsel, neue Freunde und Abschiedsschmerz

  1. We are going on a summer holiday … damit wir auch mal wieder was zu erzählen haben 🙂 … tolle Bilder & danke für den Bericht … wir morgen direkt weitergegeben an LB…Hugs & kisses

  2. Da werde ich ja auch richtig traurig bei eurem Bericht.. Also ist Neuseeland auf jeden Fall mit das Beste an eurer Reise gewesen, oder? Gestern kam 3 Stunden ein TV-Special über Neuseeland auf ard plus, haben wir natürlich alle geguckt und uns gefreut, weil wir als sagen konnten: Da waren unsere beiden auch!! Daddy kommt die Tage mal bei mir vorbei und wir schauen dann eure Berichte, während Vollkornbrote IN UNSEREM HOTEL AUF PUNTA ihren Urlaub verbringen…. Nun gut, ich buche jetzt mal die Hochzeitsreise..

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s