Tag 369 – 377 Unter Wasser, auf der Strasse und im Boot

Datum: 02..04.2012 – 11.04.2012 Orte:  Amed -> Seraya -> Puri Taman Ujung -> Amed -> Culik -> Tianyar -> Singaraya -> Lovina, Indonesien  Unterkunft:  Bungalows Wetter: immer noch heiß und schwül

Die Zeit in Amed ließen wir locker angehen. In der sehr netten Bungalow-Anlage „Geria Giri Shanti“  fühlten wir uns bei Elly & Ian und deren Team sehr wohl. Die Anlage ist terassenförmig angelegt und bis zu unserem Zimmer hoch galt es immer die riesigen Steintreppen zu überwinden. Ein gutes Oberschenkeltraining! Von unserer Terasse aus, konnten wir auf das Meer sehen (zwischen den Häusern durch) und die farbenfrohe Pflanzenwelt betrachten. Ian betreibt eine Tauchschule und wir beide waren uns einig, dass wir es nur an wenigen Orten der Welt so gut & günstig probieren könnten, unseren Tauchschein zu machen. 

Ich finde offene Gewässer nicht so toll und war etwas angespannt. Soll ich mich wirklich meiner „Angst“ stellen und mich (für meine Verhältnisse) tief unter Wasser bewegen?!

Am 03. April ging es mit der Einführung los. Das bedeutet, erstmal 2 Stunden lang DVDs anschauen, um einen theoretischen Einblick in die Ausrüstung zu bekommen. Außerdem natürlich viele Hinweise auf die möglichen Gefahren etc. Nach dem Anschauen der Filmchen war ich schon völlig verunsichert und fragte mich sehr ernsthaft, auf was ich mich da wieder eingelassen habe! Nach dem Mittagessen lernten wir, die Ausrüstung zusammen zu stellen und damit umzugehen. Den technischen Part finde ich spannend – mal schauen, wie es sich damit im Wasser anfühlt. Nadine war von Anfang an hellauf begeistert und zögerte keine Sekunde, endlich ins Wasser zu gehen und den praktischen Part zu meistern. Also ab in den Minibus mitsamt allen Teilen. Nach wenigen Minuten ankleiden und anlegen waren wir im Wasser und los ging es! 

Erstmal langsam auf ca. 4 Meter abtauchen. Dort machten wir es uns gemeinsam mit unserem Tauchlehrer auf dem Meeresboden „bequem“ und gingen die Übungen durch. Mundstück raus und wieder rein, Maske fluten und wieder leer pusten, Instrumente ablesen, Handzeichen geben und verstehen, atmen(!) zwischendurch nicht vergessen etc. Dann bekamen wir auch demonstriert, wie es sich anfühlt, wenn die Flasche leer (bzw. zu) ist und wie man sich von seinem Tauch-Buddy Atemluft besorgt. Nach einer Pause an der Wasseroberfläche ging es wieder runter und nun versuchten wir, einen neutralen Auftrieb an unserer Ausrüstung einzustellen, damit wir im Wasser schweben können. Das war etwas holprig, aber wir haben es halbwegs hinbekommen. Danach konnten wir uns schon freier bewegen und tauchten bis auf 10 Meter runter. Das Schöne an Bali ist, dass man bereits wenige Meter vom Strand entfernt unzählige, tropische Fische zu sehen bekommt. Wenn ich also mal gerade zwei Sekunden Zeit hatte, mich nicht nur darauf zu konzentrieren, nicht zu ertrinken, dann gab es eine spannende, neue Welt für mich zu sehen. Trotzdem habe ich mich am nächsten Tag entschieden, nicht weiter zu machen. Ich bin eine Landratte und tausche jederzeit gerne eine Tauchermaske gegen einen Motorradhelm ein. Aber ganz ausschließen werde ich nicht, ob ich nicht irgendwann nochmal einen Tauchkurs starte.

Nini war voll in ihrem Element und startete die nächsten zwei Tage komplett durch. Noch 4 weitere Tauchgänge standen auf dem Programm, bei denen sie das bereits erlernte vertiefen konnte und neue Sachen erlebte. Am dritten Tag tauchte sie bereits ein Frack ab und sah eine Menge der schönen Unterwasserwelt. Ja, ja…die Marketingleute der Tauchverbände haben schon Recht wenn sie einem erzählen, dass 72% der Erdoberfläche unter Wasser sind und wir weniger als die Hälfte unseres Planeten sehen, wenn wir „nur“ auf der Oberfläche herum reisen. Nun denn – ich finde die 28% toll genug 😉 Nini hatte am 05. April ihre Abschlussprüfung. Na klar hat sie die mit einem super Ergebniss bestanden und ist ab sofort „Open Water Diver“!

Am nächsten Tag liehen wir uns zwei HONDA (was sonst) Roller aus und fuhren von Amed aus immer der Küste entlang Richtung Osten. Unser Ziel war der Wassertempel bei Ujung. Die Straßen haben es ganz schön in sich und viel schneller als 40km/h möchte man auch gar nicht fahren. Außerdem war es für mich total ungewohnt, auf einem Roller zu sitzen (das habe ich weniger als 10x in meinem bisherigen Leben gemacht). Nach etwas Eingewöhnungszeit und Startschwierigkeiten bei Nadines Gerät ging es aber gut vorwärts. Die Landschaft ist sehr hügelig und die Straße schlängelt sich durch viele Dörfer. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel, die Pflanzen leuchten in allen Farben und der 3000 Meter hohe Vulkan dominiert die Landschaft. Unterwegs hielten wir für einen Tankstop an. Es gibt natürlich auch ganz normale Tankstellen in Indonesien – üblicherweise hält man aber an kleinen Ständen am Straßenrand, wo man 1L oder 2L Plastikflaschen mit Benzin gefüllt kaufen kann. Die bekommt man dann mit einem Trichter in den Tank gekippt – und das manchmal auch durch ein Sieb…damit nicht so viel Dreck im Tank landet 🙂 Frisch befüllt zogen wir weiter und kamen zur Mittagszeit in Ujung an. Die Anlage des Tempels ist sehr schön. Früher diente das Gelände als Haus für die Königsfamilie. Allerdings hat das Haus nur 4 Räume und wir fragten uns, wie der König dort mit seinen Frauen, den 24 Kindern + Angestellten gelebt hat? 

Auf dem Rückweg hielten wir bei einem kleinen, sehr netten Restaurant an. Dort genossen wir den Ausblick auf den Garten und das Meer, während wir einen Kaffee tranken und eine Kleinigkeit aßen. Sehr hübsches Fleckchen!

Am Abend gingen wir wieder bei unserem Lieblingsrestaurant essen. Das „Warung Enak“ wird sehr liebevoll von einem balinesischen Ehepaar geführt, mit denen wir uns schnell angefreundet hatten. Nadine hat sogar das Rezept und die Zubereitungsmethode für eines ihrer Lieblings-Currys gezeigt bekommen. Für mich endete der Abend leider weniger spaßig. Nachdem ich gerade froh war, dass mein Magen sich an die neue Umgebung gewöhnt hatte, merkte ich nach dem ersten Bissen der Nachspeise, dass dort irgendwas drin ist, worauf ich allergisch reagiere. Bislang war das auf der ganzen Reise noch kein Thema und ich achte immer darauf, was ich zu mir nehme. Laut Zutatenliste war nichts „schlimmes“ dabei – und trotzdem hatte ich eine ganz furchtbare Nacht 😦 Nun ist mein Verdauungssystenm wieder völlig durcheinander und ich ebenso, da ich derzeit nicht sagen kann, was diese heftige Reaktion ausgelöst hat. Die letzten Tage habe ich mich nur noch von Toast, Ei und purem (gekochtem) Reis ernährt. Das Erlebnis drückt ganz schön auf die Stimmung….

Am 07. verließen wir Amed und fuhren in den Norden der Insel. In Lovina hatte ich eine Unterkunft raus gesucht, in der ich meinen Geburtstag verbringen wollte – mit Klimaanlage auf dem Zimmer und Pool im Garten! Da es uns im Sawah Lovina so gut gefällt, sind wir immer noch hier! Mein Geburtstag selber ging etwas darin unter, dass es mir gar nicht gut geht. Mein Highlight war jedoch, dass ich am Abend mit einer Familie skypen konnte! Das hat gut getan und ich habe mich sehr darüber gefreut!

Ganz herzlichen Dank auch an dieser Stelle für die vielen eMails und Facebook-Glückwünsche, die mich erreicht haben! Da wir nun schon so lange unterwegs sind und ich meinen zweiten Geburtstag fern der Heimat feiern konnte/musste, freuen wir uns über jede Nachricht von zuhause! 

Für den kommenden Tag stand ein unvergesslicher Programmpunkt an: Mit den einheimischen Fischerbooten bei Sonnenaufgang raus aufs Meer fahren und die Delfine sehen. Nadine und ich hatten am Tag vorher unsere Tour klar gemacht, als wir von Mini auf dem Marktplatz angesprochen worden waren. So trafen wir uns am 09. Morgens um kurz vor 6.00 Uhr mit ihr und sie stellte uns ihrem Mann vor. Dann packten wir mit an und schoben das Boot ins Wasser. Was für ein toller Anblick, den Sonnenaufgang vom Meer aus zu sehen! Mit uns waren natürlich zahlreiche andere Boote unterwegs. Nach knapp einer Stunde waren wir weit genug draußen und die ersten Delfine waren zu sehen. Die Zeit verging schnell damit, immer hinter den Delfinen her zu fahren und manchmal auch mehrere Minuten im Kreis dahin zu dümpeln, bis die Tiere wieder an die Oberfläche kamen. 

Weil wir unsere gute Kamera nicht mit aufs Boot nehmen wollten, hatten wir nur die kleine Knipse mit. Dennoch bekommt ihr von den Bildern einen ganz guten Eindruck….hoffentlich 🙂

Was machen wir sonst so? Nun ja – wir entspannen, lesen, hüpfen in den Pool und organisieren unsere nächsten Tage. Am Freitag fliegen wir nach Singapur und haben für unsere Ankunft eine Couchsurfing Einladung. Wir sind gespannt auf die Stadt und die Menschen! Morgen Vormittag werden wir Lovina Richtung Süden verlassen und unseren letzten Abend auf Bali irgendwo in der Nähe (20km Umkreis) vom Flughafen verbringen. Mal schauen, wo wir unter kommen. Evt. gehen wir nochmal in das Hotel, wo wir auch bei unserer Ankunft waren.

P.S.: Eine Anmerkung zu dem Bild von mir in der Dusche mit unserem gelben, wasserdichtem Beutel unter dem Fuß: Das ist die neu erfundene „Reisewaschmaschine“ von mir! Im Beutel befindet sich unsere Wäsche mit Wasser & Waschseife und man sieht mich gerade dabei, wie ich den Hauptwaschgang „einschleudere“ 😉

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